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"Sprichwörter leuchten ein. Aphorismen leuchten auf": Zu den sprichwörtlichen Aphorismen von Felix Pollak

WOLFGANG MIEDER

"Sprichwörter leuchten ein. Aphorismen leuchten auf": Zu den sprichwörtlichen Aphorismen von Felix Pollak

 
Abstract
This article analyzes the posthumously published collection of aphorisms Lebenszeichen (1992) by the Austrian exile author Felix Pollak (1909-1987). It shows that many of his short texts are based on traditional proverbs and proverbial expressions which are usually changed into anti-proverbs through minimal textual changes. The resulting proverbial aphorisms based on puns and wordplay betray the influence on Pollak by Ebner-Eschenbach, Nietzsche, and Kraus. Parallel texts from numerous aphoristic authors, among them Marcuse, Lec, Gött, Kudszus, Brie, Maiwald, Mitsch, Mocker, and Uhlenbruck are cited to indicate the tradition of this innovative interplay of proverbs and aphorisms and to show Pollak as a master of this aphoristic subgenre.

Wer in den zahlreichen Studien zum deutschsprachigen Aphorismus nach einer auch nur kurzen Aussage über die Aphoristik Felix Pollaks sucht,[1] wird nicht einmal im Namenregister einen Hinweis auf diesen österreichischen Exilautor finden, der nach der Flucht vor den Nationalsozialisten auf dem Weg über New York, Buffalo und Evanston schließlich in Madison, Wisconsin, eine neue Bleibe fand. Sein Lebensweg und sein Schicksal als Emigrant sollen hier nicht detailliert geschildert werden, doch sei auf seine beiden autobiographischen Schriften "New York, ein Schiff, ein Emigrant" (1939) und "Umrisse einer Autobiographie für junge Amerikaner" (1980) hingewiesen.[2] In aller Kürze nur sei erwähnt, daß Felix Pollak am 11. November 1909 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geboren wurde. Auf Wunsch des Vaters begann er dort sein Jurastudium, obwohl er viel lieber Schauspieler geworden wäre und Max Reinhardt ihm bei den Salzburger Festspielen sogar die Regie einer Freilichtaufführung von Shakespeares Sommernachtstraum übertrug. Nach dem "Anschluß" gelang Pollak im Dezember 1938 die Flucht über Paris und London nach New York, wo er an der Public Library der Stadt Buffalo eine Anstellung fand. An der University of Michigan in Ann Arbor bekam er sein Diplom eines Magister of Library Science, was ihm dann den Ruf an die Northwestern University in Evanston verschaffte, wo er von 1949 bis 1959 als Curator of Special Collections der Universitätsbibliothek tätig war. Von 1959 bis 1974 hatte er die Stellung als Curator of Rare Books an der Memorial Library der University of Wisconsin in Madison inne. Wegen eines unheilbaren Augenleidens mußte Pollak frühzeitig in den Ruhestand treten. Trotz seiner Erblindung unternahm er aber zusammen mit seiner Frau Sara im Sommer 1987 noch eine erfolgreiche Lese- und Vortragsreise durch Westdeutschland, die ihn auch noch einmal in seine Wiener Vaterstadt zurückführte. Am 19. November 1987 verstarb Felix Pollak in Madison, nachdem er sich als Lyriker in englischer Sprache in Amerika einen Namen gemacht hatte.[3]




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The full text of this article is published in De Proverbio - Issue 3:1996 & Issue 4:1996, an electronic book, available from amazon.com and other leading Internet booksellers.

Zwei weitere Bearbeitungen von Sprichwörtern und Redensarten aus der Bibel seien noch kurz erwähnt, wobei zu betonen ist, daß sich Aphoristiker ganz allgemein kritisch mit diesem biblischen Weisheitsgut auseinandersetzen. Das liegt unter anderm natürlich auch daran, daß Bibelsprichwörter zu den gängigsten Texten im Volksmund überhaupt gehören.[44] Aus der Redensart "Perlen vor die Säue werfen" (Matth. 7,6) macht Pollak "Perlen können nicht dadurch entwürdigt werden, daß man sie vor die Säue wirft--gerade weil die Säue nicht erkennen können, daß es Perlen sind!" (113,#85). Hier scheint sich der Lyriker Luft zu machen, der sich nur zu wohl bewußt ist, daß seine dichterischen "Perlen" von den Massen (und auch von vielen Intellektuellen) nicht beachtet werden. Sicherlich hätte Pollak auch mit dem noch drastischeren aphoristischen Ausruf "wenn die säue doch perlen fräßen!" von Bert Berkensträter[45] übereingestimmt.

Ebenfalls von Pollak stammt die folgende Auseinandersetzung mit dem Sprichwort "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein" (5. Mose 8,3; Matth. 4,4): "Denen, für die das Wovon des Existierens kein Problem bildet, erscheint gewöhnlich auch das Wozu des Lebens nicht problematisch. Und daß der Mensch nicht von Brot allein lebe, ist in der Regel jenen bewußt, die nicht genug Brot zum Leben haben" (67,#3). Gerade dieses Sprichwort, das neben materiellen Dingen auch die geistige Nahrung hervorhebt, hat Aphoristiker immer wieder zur Auseinandersetzung herausgefordert. Ich zitiere drei Beispiele: Bereits 1916 meinte Henryk Elzenberg: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, er lebt auch von den Täuschungen seiner Seele."[46] Ludwig Marcuse formulierte 1967: "'Der Mensch lebt nicht vom Brot allein'--Kommentar:--sagen sie, und leben vom Brot und von dieser Warnung."[47] Und ganz ähnlich schrieb auch Ulrich Erckenbrecht im Jahre 1983: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er wird außerdem mit dieser Redensart abgespeist."[48]

Solche Texte lassen das sozialpolitische Engagement moderner Aphoristiker erkennen, und auch Felix Pollak bleibt diesem Thema nicht fern. Ganz allgemein heißt es bei ihm: "Die Ethik ist der Maßstab für gut und böse, die Moral der Maßstab für erlaubt und verboten. Jene gemahnt an Menschenrechte, diese an Bürgerpflichten" (20,#2). Oder noch präziser: "Ethisch handeln heißt: für das Gute kämpfen, ohne an seinen Sieg zu glauben" (20,#4). Über den sprichwörtlichen Aphorismus als "moralische Anstalt" bei Pollak mögen die folgenden (zuweilen gekürzten) Texte Aufschluß geben:

"Jemandem ein Leid zufügen" ist ein tiefes Wort: es wird ihm hinzugefügt, es wird ihm an-getan, und nun ist er mehr geworden, nun ist er um das Leid bereichert. (Eine Freude hingegen kann man jemandem nicht zufügen, die ist nicht auf Lager, die muß man erst fabrizieren, muß sie ihm machen oder bereiten!) (13,#17)

Ich habe an Tieren noch nie einen "tierischen Ernst" bemerkt. Nur an Menschen. (14,#29)

Rache ist süß--aber nur, wenn sie der Beleidigung auf dem Fuße folgt. Späte Rache ist bitter, denn meistens ist sie gar keine Rache mehr, sondern die Begehung einer neuen Untat an Stelle der Vergeltung einer alten. (17,#49)

Das aus nichts nichts wird, mag stimmen. Aber was aus etwas etwas macht, ist stets das Nichts hinter dem Etwas. (18,#55)

Arbeit macht das Leben süß--aber nicht das ganze, sondern nur die Zeit des Lebens, in der man nicht arbeitet. Von Rechts wegen sollte es heißen: Arbeit macht die Nichtarbeit süß, und so ist es mit allem. . . (18,#56)

Macht geht vor Recht--damit könnte man sich zur Not noch abfinden. Aber daß das Recht auch hinter der Macht geht--das ist traurig! (51,#38)

Es gibt Pädagogen, die nicht wissen, was jeder Gärtner weiß: daß es Hölzer gibt, die eher brechen als sich biegen lassen. (62,#17)

. . . Das Trägheitsgesetz offenbart sich . . . in der unterwürfigen Verbeugung vor der Konvention, dem Mit-dem-Strom-Schwimmen derer, die mit dem Strom treiben, dem Im-Geleise-Laufen und Begehen der begangenen Mittelwege, der Anbetung der Arbeit und dem Gedränge nach dem Futtertrog, dem Kult der Konformität und der Panik vor der Deviation--dem ganzen jämmerlichen Mangel an Individualität, Selbstbehauptung und der Courage zur Setzung des Gegensatzes: der schöpfersichen Tat des Nichtstuns versus die sterile, servile, mechanische Routinetuerei! (69f.,#3)[49]

Diese Texte lassen erkennen, wie sehr Pollak die kritische Auseinandersetzung mit Zeitgenossen und -problemen suchte, was wegen seiner Erblindung in späteren Jahren hauptsächlich durch Gespräche geschah. Pollak ging es dabei immer um intellektuelle Ehrlichkeit; er war gegen jegliche Anbiederung oder Falschheit. In einem subjektiv formulierten Aphorismus mit der Redensart "jdm. auf die Nerven gehen" heißt es programmatisch: "Wenn einer sich bemüht, mir angenehm zu sein, so ist er mir schon unangenehm. Wer mir angenehm ist, ist es noch in seiner Bemühung, mir auf die Nerven zu gehen!" (34,#55) Redensartlich hat Pollak diese konträre Einstellung auf deutsch und auf englisch mit dem selben Aphorismus ausgedrückt: "Meine sauern Trauben sind die Trauben, die ich erreichen kann" (34,#58) und "My sour grapes are the grapes I can reach" (203,#248), wobei ihm möglicherweise folgender Aphorismus Nietzsches als Quelle gedient hat: "Fuchs der Füchse.--Ein rechter Fuchs nennt nicht nur die Trauben sauer, welche er nicht erreichen kann, sondern auch die, welche er erreicht und anderen vorweggenommen hat."[50]

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Gebrannte Kinder fürchten das Feuer oder vernarren sich darein. (Marie von Ebner-Eschenbach, 1880)[68]

Gebrannte Kinder fürchten das Feuer: Kinder! Die Alten tappen immer wieder hinein. (Emil Gött, 1943)[69]

Das gebrannte Kind läßt das Feuer, das es scheut, nicht ausgehn. Es hütet es, um sich vor ihm zu hüten. (18,#54; Felix Pollak, 1953)

Auf freiem Markt
Gebranntes Kind
fürchtet das Feuer
Gebrannten Kindes Kinder
fürchten das Feuer nicht
Gebrannten Kinds Kindeskinder
malen sich aus
wie schön die Großeltern brannten
und sammeln feurige Kohlen
Nochmals gebranntes Kind
fürchtet kein Feuer mehr
Asche ist furchtlos
. . . (Erich Fried, 1964)[70]

Gebranntes Kind sucht das Feuer. (Cordelia Edvardson, 1986)[71]

. . . Die gebrannten Kinder wünschen alle Andersartigen zur Hölle, zum Teufel und in den Feuerofen. (Peter Maiwald, 1990)[72]

Liest man diese Texte heute mit dem Wissen um die Konzentrationslager mit ihren Verbrennungsöfen, so offenbart sich, warum moderne Schriftsteller gerade diesem Sprichwort mit seiner Feuermetaphorik so kritisch gegenüberstehen. Ob Pollak wie Erich Fried, Cordelia Edvardson und Peter Maiwald bei der Abfassung seines Textes an den jüdischen Massenmord dachte, ist nicht eindeutig zu erkennen. Immerhin scheint er mit seinem Aphorismus ausdrücken zu wollen, daß der Holocaust nicht vergessen werden darf--nur so läßt sich eine Wiederholung verhüten.

Selbstverständlich sind nicht alle sprichwörtlichen Aphorismen Pollaks so ernste Aussagen. Doch ob humorvoll oder tiefernst: sie alle basieren auf dem bewundernswerten Sprachgefühl, das Pollak trotz seines langen Exils immer für seine Muttersprache bewahrte. Mit Recht urteilte er selbst über seine ausdrucksreichsten Aphorismen: "Manche meiner besten psychologischen Einsichten verdanke ich nicht meinem Verkehr mit Menschen, sondern meinem Umgang mit Worten" (15,#33). Auch was ihm dabei die bildhafte Sprache von Sprichwörtern und Redensarten bedeutete, hat Pollak in einem seiner poetologischen Texte festgehalten: "Nichts kommt der Verblüffung und dem freudigen Schreck gleich, die man empfindet, wenn man eine Metapher wieder zu ihrem Ursprung erwachen sieht--zum Beispiel, wenn man im Zoo eines Vogels Strauß ansichtig wird, der, Kopf im Sand, Vogel-Strauß-Politik betreibt!" (16,#37). Doch auch hier verwendet Pollak bereits wieder eine Redensart, um seine Gedanken zu verbildlichen. Er war gerade in seinen Aphorismen alles andere als ein Vogel Strauß, der den Kopf in den Sand steckte. Im Gegenteil, trotz oder gar wegen seiner allmählichen Erblindung durchschaute er die Menschen bis auf ihren Kern. Das Resultat sind "Lebenszeichen," die in der deutschsprachigen Aphoristik zu den besten ihrer Gattung gehören.

Anmerkungen

  1. Vgl. etwa Siegfried Neumann (Hg.), Der Aphorismus: Zur Geschichte, zu den Formen und Möglichkeiten einer literarischen Gattung (Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1976) und Harald Fricke, Aphorismus (Stuttgart: Metzler, 1984).
  1. Diese kurzen Texte sind abgedruckt in Felix Pollak, Lebenszeichen: Aphorismen und Marginalien, hg. Reinhold Grimm u. Sara Pollak (Wien: Verlag für Gesellschaftskritik, 1992) 151-79.

  2. Es liegen immerhin sieben Bände seiner Gedichte vor, wovon der von ihm noch vorbereitete Sammelband Benefits of Doubt: Selected Poems (Peoria, Ill.: Spoon River Poetry Press, 1988) seine bedeutendsten Texte enthält.

  3. Vgl. Felix Pollak, Vom Nutzen des Zweifels: Gedichte, hg. u. mit einem Nachwort versehen von Reinhold Grimm. Aus dem Amerikanischen von Hans Magnus Enzensberger, Reinhold Grimm, Klaus Reichert und dem Verfasser (Frankfurt am Main: Fischer, 1989). Zu den Gedichten, vor allem den auf Wien bezogenen, vgl. Reinhold Grimm, "'My Stepmother Town': Felix Pollak and Vienna," Turn-of-the-Century Vienna and Its Legacy: Essays in Honor of Donald G. Daviau, ed. Jeffrey B. Berlin, Jorun B. Johns, Richard H. Lawson ([n.p.]: Edition Atelier, 1993) 507-28.

  4. Vgl. Reinhold Grimm, "Ein Aphoristiker im Gehäus: Neues aus dem Nachlaß von Felix Pollak," Modern Austrian Literature 24 (1991): 17, 39 (Anm. 2).

  5. Vgl. ebd. 17-41 und in Pollak, Lebenszeichen 206-25 (Nachwort).

  6. Ebd. 21.

  7. Vgl. die kurzen Bemerkungen zur Umkehrung und Bloßstellung von Sprichwörtern ebd. 23-24 und in Pollak, Lebenszeichen 215-16.

  8. Pollak, Lebenszeichen 174.

  9. Zwei Zahlen in Klammern beziehen sich auf die Seitenzahl und die Nummer des zitierten Textes in Lebenszeichen.

  10. Vgl. dazu Wolfgang Mieder, "Paremiological Minimum and Cultural Literacy," Creativity and Tradition in Folklore: New Directions, ed. Simon J. Bronner (Logan: Utah State UP, 1992) 185-203.

  11. Vgl. die über 1500 Texte in Wolfgang Mieder und Stewart A. Kingsbury, A Dictionary of Wellerisms (New York: Oxford UP, 1994). Fast 2000 deutsche Sagwörter sind enthalten in Edmund Hoefer, Wie das Volk spricht (Stuttgart: Kroener, 1855); Nachdruck mit einem Vorwort hg. von Wolfgang Mieder (Hildesheim: Olms, 1994).

  12. Vgl. dazu Florence E. Baer, "Wellerisms in The Pickwick Papers," Folklore 94 (1983): 173-83.

  13. Felix Pollak, Ginkgo (New Rochelle, N.Y.: Elizabeth Press, 1973) 73.

  14. Ebd. 76f.

  15. Felix Pollak, Tunnel Visions: Poems, Short Prose, Translations (Peoria, Ill.: Spoon River Poetry Press, 1984) 3.

  16. Ebd. 29.

  17. Ebd. 23. Vgl. hierzu auch das Gedicht "Reading the Bible in Braille," ebd. 26.

  18. Pollak, Benefits of Doubt 185.

  19. Pollak, Ginkgo 75.

  20. Pollak, Benefits of Doubt 124. Auch dieses Gedicht wurde nicht für den Band Vom Nutzen des Zweifels übersetzt.

  21. Vgl. hierzu das Kapitel "Moderne deutsche Sprichwortgedichte" in Wolfgang Mieder, Sprichwort, Redensart, Zitat: Tradierte Formelsprache in der Moderne (Bern: Lang, 1985) 73-90. Zu zahlreichen Beispielen vgl. die von mir herausgegebenen Anthologien "Kommt Zeit--kommt Rat!? Moderne Sprichwortgedichte von Erich Fried bis Ulla Hahn (Frankfurt am Main: Rita G. Fischer, 1990) und "Deutsch reden": Moderne Redensartengedichte von Rose Ausländer bis Yaak Karsunke (Frankfurt am Main: Rita G. Fischer, 1992).

  22. Vgl. dazu Wolfgang Mieder, "Traditional and Innovative Proverb Use in Lyric Poetry," Proverbium Paratum 1 (1980): 16-27 sowie das Kapitel "Proverb Poems" in Wolfgang Mieder, American Proverbs: A Study of Texts and Contexts (Bern: Lang, 1989) 171-93.

  23. Vgl. Grimm, "Aphoristiker im Gehäus" 18.

  24. Vgl. dazu Wolfgang Mieder, "'Behold the Proverbs of a People': A Florilegium of Proverbs in Carl Sandburg's Poem Good Morning, America," Southern Folklore Quarterly 35 (1971): 160-68.

  25. Vgl. hierzu ebenfalls Wolfgang Mieder, "Proverbs in Carl Sandburg's Poem The People, Yes," Southern Folklore Quarterly 37 (1973): 15-36.

  26. Pollak, Ginkgo 76.

  27. Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen, mit einem Nachwort von Karl Krolow (Frankfurt am Main: Insel, 1986) 5. Vgl. auch Wolfgang Mieder, "'Ausnahmen können auch die Vorboten einer neuen Regel sein': Marie von Ebner-Eschenbach's Proverbial Aphorisms," Modern Austrian Literature 26 (1993): 105-14.

  28. Zu dem Verhältnis von Aphorismus und Sprichwort vgl. Lutz Röhrich und Wolfgang Mieder, Sprichwort (Stuttgart: Metzler, 1977) 4-7.

  29. Lichtenberg als Aufklärer setzte sich ganz besonders kritisch mit der angeblichen Einseitigkeit der Sprichwörter auseinander. Vgl. dazu Wolfgang Mieder, "'Regeln-Krieg, Sprüchwörter-Krieg: Zu den sprichwörtlichen Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg," Lichtenberg: Essays Commemorating the 250th Anniversary of His Birth, ed. Charlotte M. Craig (New York: Lang, 1993) 55-94.

  30. Vgl. Wolfgang Mieder, "'Gedankensplitter, die ins Auge gehen': Zu den sprichwörtlichen Aphorismen von Gabriel Laub," Wirkendes Wort 41 (1991): 228-39.

  31. Vgl. Wolfgang Mieder, "'Wahrheiten: Phantasmen aus Logik und Alltag': Zu den sprichwörtlichen Aphorismen von Werner Mitsch," Muttersprache 98 (1988): 121-32.

  32. Vgl. Wolfgang Mieder, "'Ein Aphoristiker dreht oft das Sprichwort im Munde herum': Zu den Aphorismen von Gerhad Uhlenbruck," Sprachspiegel 37 (1981): 66-75.

  33. Vgl. Wolfgang Mieder, "'Wenige jedoch rudern gegen den Strom': Zu den sprichwörtlichen Aphorismen von Hans Leopold Davi," Sprachspiegel 46 (1990): 97-104.

  34. Zahlreiche sprichwörtliche Aphorismen von diesen Autoren sind abgedruckt in Wolfgang Mieder, Antisprichwörter, 3 Bde. (Wiesbaden: Verlag für deutsche Sprache, 1982; Wiesbaden: Gesellschaft für deutsche Sprache, 1985; Wiesbaden: Quelle & Meyer, 1989). Diese drei Bände enthalten 4500 Texte; aber mein Archiv solcher Antisprichwörter enthält etwa 18000 Belege aus Literatur, Presse und Werbung.

  35. Vgl. Grimm, "Aphoristiker im Gehäus" 32-36 und in Pollak, Lebenszeichen 219-23.

  36. Vgl. Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches (1878 f.) und Morgenröte (1881). Hier zitiert aus Wolfgang Mieder, Deutsche Sprichwörter und Redensarten (Stuttgart: Reclam, 1979) 145-49.

  37. Vgl. das Kapitel "Karl Kraus und der sprichwörtliche Aphorismus" in Wolfgang Mieder, Deutsche Sprichwörter in Literatur, Politik, Presse und Werbung (Hamburg: Buske, 1983) 113-31.

  38. Karl Kraus, Beim Wort genommen, hg. von Heinrich Fischer (München: Kösel, 1965) 57.

  39. Vgl. hierzu auch noch die Verwendung dieses Sprichwortes bei Günter Grass in seinem Roman Hundejahre (Neuwied: Luchterhand, 1963) 466: "Wer mag alte Wunden aufreißen, wenn das Wundenaufreißen Lust bereitet? Oder dem anderen eine Grube graben, damit er Dir später heraushilft?" Vgl. auch Wolfgang Mieder, "Günter Grass und das Sprichwort," Muttersprache 83 (1973): 64-67.

  40. Ebd. 57.

  41. Ebd. 16.

  42. Felix Pollak, "Of Wording & Poeting: An Aphoristic Mosaic," Voyages to the Inland Sea, II: Essays and Poems by Felix Pollak, James Hearst, John Woods, ed. John Judson (La Crosse, Wis.: Center for Contemporary Poetry, Murphy Library, 1972) 16. Die Pollakschen Texte stehen auf S. 11-27; auf S. 28-30 folgen noch eine Kurzbiographie und eine detaillierte Bibliographie zu Pollaks englischsprachigen Veröffentlichungen.

  43. Zu Bibelsprichwörtern vgl. Carl Schulze, Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache (Göttingen: Vandenhoeck u. Ruprecht, 1860); Nachdruck hg. u. eingeleitet von Wolfgang Mieder (Bern: Lang, 1987) und Alan P. Winton, The Proverbs of Jesus: Issues of History and Rhetoric (Sheffield: Sheffield Academic Press, 1990).

  44. Bert Berkensträter, zungen-schläge (Berlin: Fietkau, 1971) 26.

  45. Henryk Elzenberg, "Kummer mit dem Sein," Bedenke, bevor du denkst, hg. Karl Dedecius (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1984) 180.

  46. Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte: Ein Wörterbuch für Zeitgenossen (München: Szczesny, 1967; Zürich: Diogenes, 1973) 19.

  47. Ulrich Erckenbrecht, Ein Körnchen Lüge: Aphorismen und Geschichten (Göttingen: Muriverlag, 1983) 18.

  48. Vgl. zu einem solchen Spießbürgertum auch den interessanten Aufsatz "Die kleinen Redensarten" (1932), worin der Kultur-und Theaterkritiker Herbert Jhering das Bürgertum anhand seiner traditionellen Sprichwörter bloßstellt. Zuerst erschienen am 27. Mai 1932 im Berliner Börsen-Courier; jetzt in Jhering, Der Kampf ums Theater und andere Streitschriften 1918 bis 1933, hg. Ludwig Hoffmann (Berlin: Aufbau-Verlag, 1974) 58-64; auch abgedruckt in Mieder, Deutsche Sprichwörter und Redensarten 134-40.

  49. Friedrich Nietzsche, Werke in drei Bänden, hg. Karl Schlechta (München: Hanser, 1954) I:972 (aus Menschliches, Allzumenschliches Nr. 244).

  50. Kraus, Beim Wort genommen 332-33.

  51. Vgl. auch noch den kürzeren Aphorismus "Wenn zweien dasselbe geschieht, ist es auch nicht dasselbe!" (17,#42).

  52. Vgl. Klaus Möckel, Kopfstand der Farben: Verkehrte Gedichte (Berlin: Eulenspiegel, 1982) 96; Werner Mitsch, Wer den Wal hat, hat die Qual: 800 Unsinnssprüche für alle Gelegenheiten (München: Heyne, 1987) o. S.

  53. Markus M. Ronner, Moment mal! (Bern: Benteli, 1977) 42. Vgl. dazu Wolfgang Mieder, "'Spaß muß sein,' sagte der Spaßmacher, aber . . . Zu den Sagwörtern von Markus M. Ronner," Sprachspiegel 42 (1986): 162-70. Seit den achtziger Jahren ist die Formulierung "Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat" sprichwörtlich geworden; vgl. dazu Reinhard Roche, "Demosprüche und Wandgesprühtes," Muttersprache 93 (1983): 181-96 (bes. 184).

  54. Zu dem Problem des Plagiats von Aphorismen, Sprüchen und Antisprichwörtern vgl. das Kapitel über "Moderne Sprichwörterforschung zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit" in Wolfgang Mieder, Sprichwort--Wahrwort!? Studien zur Geschichte, Bedeutung und Funktion deutscher Sprichwörter (Frankfurt am Main: Lang, 1992) 13-36.

  55. Stanislaw Jerzy Lec, Neue unfrisierte Gedanken, hg. u. übertragen von Karl Dedecius (München: Hanser, 1964) 6. Vgl. auch Iwona Frackiewicz, "Sprichwörtliche Aphorismen von Stanislaw Jerzy Lec," Proverbium 7 (1990): 77-88.

  56. Hans Kudszus, Jaworte, Neinworte: Aphorismen (Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1970) 55.

  57. Eugen Gürster, Narrheiten & Wahrheiten: Aphorismen (München: Pustet, 1971) 85.

  58. Hellmut Walters, Wer abseits steht wird zurückgepfiffen: Aphorismen (Landshut: Isar Post, 1974) o. S.

  59. André Brie et al., Der Weisheit letzter Schluß: Aphorismen (Berlin: Eulenspiegel, 1980) 121. Vgl. auch Wolfgang Mieder, "'Eigener Unruheherd ist Goldes wert': Zu den sprichwörtlichen Aphorismen von André Brie," Sprachpflege und Sprachkultur 40 (1991): 8-11.

  60. Peter Maiwald, "Neue Notizen," Nebelspalter 8 (23. Februar 1982): 36.

  61. Werner Mitsch, "Grund- & Boden-Sätze": Sprüche. Nichts als Sprüche (Stuttgart: Letsch, 1984) 20.

  62. Wolfgang Mocker, Gedankengänge nach Canossa: Euphorismen und andere Anderthalbwahrheiten (Berlin: Eulenspiegel, 1987) 46.

  63. Hans Hunfeld, Sprichwörtlich (München: Klett Edition Deutsch, 1989) 25.

  64. Gerhard Uhlenbruck, Darum geht's nicht . . .? Aphorismen (Hilden: Edition Ahland, 1990) 12.

  65. Vgl. dazu Karl Friedrich Wilhelm Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde. (Leipzig: Brockhaus, 1867-1880; Nachdruck Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1967) II:1285-86 (Nr. 341-43).

  66. Zitiert aus "Maximen und Reflexionen," Goethes Werke. Hamburger Ausgabe, hg. von Erich Trunz (Hamburg: Wegner, 1953) 12, 521 (Nr. 1126).

  67. Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen 10.

  68. Emil Gött, Gesammelte Werke (Straßburg: Hünenburg, 1943) 116.

  69. Erich Fried, Warngedichte (München: Hanser, 1964) 88f. Ich habe in meinem Sprichwortarchiv noch weitere dieses Sprichwort behandelnde Gedichte von Achim Amme, Johannes R. Becher, Anne Steinwart, Jörn Pfennig, Heinz Piontek, Lutz Rathenow usw.; eine Arbeit darüber ist in Vorbereitung.

  70. Hier handelt es sich um den Buchtitel, den Cordelia Edvardson, Tochter von Elisabeth Langgässer, für die Darstellung ihrer Jahre im Konzentrationslager Auschwitz wählte. Auf schwedisch zuerst 1984 erschienen, dann auf deutsch in München: Hanser, 1986.

  71. Dies ist der Schlußsatz des Kurzprosatextes "Die gebrannten Kinder" in Peter Maiwald, Das Gutenbergsche Völkchen: Kalendergeschichten (Frankfurt am Main: Fischer, 1990) 9.

Wolfgang Mieder
University of Vermont
Burlington, Vermont
USA


 
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