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Tuesday, 7 February 2012


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FRANK DETJE

ÜBER DIE KUNST, METAPHERN ZU MISCHEN
Teil III: Einige Vorschläge für weitere Untersuchungen

1. Einleitung

Ich werde mich in den folgenden Ausführungen hauptsächlich auf das famose Werk von Dundes & Stibbe "The Art of Mixing Metaphors" aus dem Jahre 1981 beziehen, darauf soll bereits der Titel hinweisen. Dundes & Stibbe besprechen in ihrer Arbeit 115 Szenen aus dem Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren ("Die holländischen Sprichwörter", 1559), nennen aber wesentlich mehr Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten. Sie reanalysieren frühere Arbeiten, die Deutungsversuche und Interpretationsvorschläge für die von Bruegel bildlich dargestellten Redewendungen enthalten, und sie fügen neue Identifikationen ein, zu bisher nicht erklärten Ausschnitten des Gemäldes. Die 115 Szenen werden durch eine Redewendung oder ein Sprichwort gedeutet, fortlaufend numeriert und jeder Szene (Deutung) ist ein Kurzaufsatz gewidmet, der Ursprung, Bedeutung, Verwendung und alternative Vorschläge der gefundenen Redewendungen erläutert. Auch auf Unklarheiten und Querbezüge der Deutungen gehen sie ein. Sie nennen ebenfalls noch nicht interpretierte Aspekte des Bildes, die einer Deutung harrten oder noch immer harren.


Im nächsten Abschnitt werde ich die Probleme der Identifikationen, die in der Literatur genannt werden, noch einmal zusammenfassen und gegebenenfalls die Lösungsvorschläge nennen, die bisher bekannt sind. Außer für Dundes & Stibbe (1981) stehen sie ansonsten bei den Interpretationen in Teil 2 dieses Aufsatzes. An dieser Stelle werden nicht alle Unstimmigkeiten der verschiedenen Interpretationen verschiedener Autoren genannt (diese ersieht man zum Teil bereits in der Darstellung der bei Dundes & Stibbe genannten Deutungen, vollständig aber in der Liste aller genannten Sprichwörter und Redensarten in Appendix Teil 3), sondern ich werde nur auf die explizit formulierten Probleme eingehen. Die Numerierung der Szenen folgt dabei, wenn nicht anders angegeben, denen von Dundes & Stibbe, da ich mich hauptsächlich auf ihre Arbeit beziehe. Anschließend werde ich dann versuchen, Aspekte des Gemäldes zu besprechen, die in der Literatur bisher noch keine ausreichende oder gar keine Erwähnung fanden. Hierzu gehören mögliche weitere Indikatoren und Bildausschnitte, die - wenn man annimmt, daß Bruegel nichts zufällig in sein Bild hinein gemalt hat, wovon wir ausgehen dürfen - auf Sprichwörter oder sprichwörtliche Redewendungen verweisen können. Es werden im letzten Abschnitt explizit auch Sprichwörter und sprichwörtliche Redewendungen genannt, von denen ich meine, daß Bruegel sie bildhaft dargestellt haben könnte, die aber noch an keiner Stelle aufgeführt wurden.

2. Zusammenfassung der Probleme, die in der Literatur angesprochen wurden

Eule im Wald?Zu Nr.1 "Dort sind die Dächer mit Torten (Fladen) bedeckt": Dundes & Stibbe fragen sich, ob es im Wald in der oberen linken Bildecke eine Eule gibt, wie sie in einigen Kopien durch den jüngeren Pieter Brueghel auftreten. Dies ist definitiv nicht der Fall.

Küssendes PaarZu Nr. 2 "Dort schaut der Besen raus": Dundes & Stibbe meinen, diese und ähnliche Redewendungen (z.B. "Unterm Besen getraut"), erklären die Anwesenheit des küssenden Paares nicht vollständig. Es könne also sein, daß Bruegel hier zwei Sprichwörter oder Redewendungen dargestellt habe. Die zweite Anspielung (vielleicht "Freien unter einem Dach ist eine Schande, doch gemach", z.B. Grosshans 2(b)) gehe auf das Paar ein, dafür dann aber nicht auf den Besen.

Holzschuhe und ein MesserZu Nr. 4 "Der Narr bekommt die Karte": Fraenger (1923) macht darauf aufmerksam, daß sich in der Nähe seines Sprichwortes Nr. 6 ("Der Narr bekommt die Karte") zwei Holzpantoffeln befinden. Das Paar Holzschuhe am Fenstersims ist auch für Seidel & Marijnissen (1969) bei Sprichwort 47 ("Er sieht durch die Finger") ungeklärt. Es handelt sich um die bildliche Darstellung von "Auf Holzschuhen stehen", das bedeutet, vergeblich warten. Dundes & Stibbe sind sich allerdings nicht sicher, ob dies die richtige Identifikation sei. Desweiteren bemerkt Fraenger (1923) ein auffällig angebrachtes Messer. Auch Seidel & Marijnissen (1969) fragen zur selben Szene: Was bedeutet der herabhängende Dolch? Es handelt sich um die bildliche Darstellung von "Da hängt das Messer" als altes Zeichen für eine Herausforderung.

Pfeile übers DachZu Nr. 5. "Einen Pfeil nach dem anderen verschießen": Dundes & Stibbe meinen, daß noch unklar ist, warum die Pfeile auf oder über das Dach geschossen werden.

Schweine ins KornZu Nr. 6 "Die Schweine laufen frei im Weizen (Feld)": Es fällt Dundes & Stibbe auf, daß es bisher keinen Deutungsversuch gibt, der näher erklärt, warum ein Mann die Schweine ins Korn jagt. Vielleicht treibt er sie auch gar nicht, sondern läuft nur in dieselbe Richtung.

BauernhausZu Nr. 7 "Er rennt als ob sein Arsch (Hosen oder Rückseite oder Körper) in Feuer stünde": Dundes & Stibbe merken an, daß noch keiner bisher das im Hintergrund befindliche Haus erklärt hat. Lediglich in Bildern des Jüngeren Pieter Brueghel gibt es Identifikationen. Diese beziehen sich aber auf Änderungen, die er gegenüber dem Original vorgenommen hat. Dort sah man einen Spielmann auf dem Dach sitzen und einen angebrachten hölzernen Löffel. Beide Szenen konnten gedeutet werden (s. Dundes & Stibbe 7c, 7d). Zudem kann man verschiedene Objekte zu beiden Seiten des oberen Fensters desselben Hauses ausmachen.

PrangerZu Nr. 8 "Er spielt auf dem Pranger": Bolte (1915) fragte, ob das Türmchen zu seinem Sprichwort Nr. 50 ("De speelman is op het dak", "Der Spielmann ist auf dem Dach") ein Narrenhäuschen sein kann. Fraenger (1923, Nr.62) macht schon deutlich, daß das Türmchen als Pranger oder als sogenannter Stock interpretiert werden muß.

VogelZu Nr. 11 "Sie guckt dem Storch nach": Fraenger (1923) findet den Vorschlag Boltes für das Sprichwort 73 ("Glücklich, wem der Storch zufliegt") nicht befriedigend, der Sinn der Szene ist damit noch nicht geklärt, denn der Vogel fliegt davon (vgl. auch Bruegel Buch, 1937, Nr. 73). Auch die Erklärung zu der Harlemer Kopie, in der es heißt "De vogel ist geflogen", ist Fraenger zu "farblos". De Tolnay meint, es müsse heißen "Sie guckt dem Storch nach". Da es sowohl einen Vogel als auch eine Frau gibt, meint Glück (Nr. 73a), es könnten zwei Sprichwörter oder Redensarten dargestellt sein (zusätzlich "An den Federn erkennt man den Vogel"), doch Grauls (Nr. 75.1) bezweifelt die Richtigkeit des zweiten Vorschlags.

BloksleperZu Nr. 14 "Den Block schleppen": Bolte (1915) läßt das Sprichwort 64 ungedeutet und beschreibt die Szene wie folgt: "Ein Mann schleppt an einem Seil einen Schemel nach". Auch Fraenger (1923) verweist darauf, daß der Nachbar zum Sprichwort 88 ("Roßäpfel sind keine Feigen."), der einen Hackklotz am Seil hinter sich herzieht, noch ungeklärt ist. Auf der Harlemer Kopie ist es ein Baumklotz, der gezogen wird. Jan Grauls (1934/35, 1935/36a, 1957) gibt den entscheidenden Hinweis, den auch de Tolnay (1935) heranzieht: es handelt sich hierbei um den "bloksleeper".

Frau und drei HundeZu Nr. 15 "Angst und Schrecken machen die Alten laufen": Die Richtigkeit des Vorschlags Boltes für das Sprichwort 89 ("Siehst du den Wolf, so such nicht mehr nach seinen Fußstapfen") bezweifelt Wilhelm Fraenger (1923). Aber auch Dundes & Stibbe bemängeln, und sie beziehen die Kritik auch auf ihren eigenen Vorschlag "Angst und Schrecken machen die Alten laufen", daß keine bisherige Deutung erklärt, warum gerade drei Hunde die Frau jagen. Dem Vorschlag "Die Alte mit den drei Hunden" (Roh Nr. 89, Mieder Nr. 89) fehlt eine Erklärung der Bedeutung. Dundes & Stibbe betonen, daß diese Szene ein noch zu lösendes Puzzle darstellt.

BlindeZu Nr. 16 "Wenn der Blinde den Blinden führt, fallen sie beide in die Grube": Dundes & Stibbe meinen, daß vielleicht nur der erste Teil des Sprichwortes dargestellt ist, denn es fehlt ein Brunnen oder eine Grube. Außerdem werden drei statt zwei Menschen dargestellt. Pastor meint hier auch das Sprichwort "Hinterm Berge wohnen auch noch Leute" (Nr. 87b), doch es fehlt hier m.E. an Indizien, vor allem an Bergen.

Hirt und BärenZu Nr. 20 "Er sieht die Bären tanzen": Seidel & Marijnissen (1969) geben zu dem Sprichwort 79 keine Interpretation, sondern sie beschreiben nur die Szene (Der Mann und die Bären). Die Redensart oder das Sprichwort, das in dieser Bären-Szene dargestellt ist, konnte von ihnen nicht eindeutig identifiziert werden. Zu dieser Bären-Szene erläutern sie: "Manche meinen, die Bären (?) erinnerten an einen Nichtstuer, der mit Schulden überhäuft ist; andere sind der Ansicht, die Tiere sollten ein musterhaftes Verhalten zwischen Männchen und Weibchen im Tierreich darstellen - ein Verhalten, das sich Eheleute im Alltagsleben zum Vorbild nehmen könnten. Eine einleuchtende Beziehung zwischen diesen Bären und dem Hirten (?) auf der anderen Seite der Hecke ist noch nicht hergestellt". Auch für Rainald Grosshans (1973) ist die Intepretation der Bären-Szene noch unklar. Die Sprichwörter 104a ("Er sieht die Bären tanzen") und 104b ("Wilde Bären sind gern beieinander") sind folglich nur als Vorschläge zu betrachten. Wolfgang Mieder (1979) fügt dem Sprichwort 81 ("Wilde Bärn sind beieinander so gern") ein Fragezeichen hinzu. Auch Grauls (1957), der das Sprichwort 61. "Wilde beeren, Die zijn by den ander gheeren" entdeckt hat (Grauls, 1957b), meint, daß man bisher das passende Sprichwort, das diesem Bild zugrunde liegt, noch nicht gefunden habe und bietet als Alternativen an: 61(a). "De beer leiden" und 61(b) "De beer is los". Er meint allerdings, daß folgendes nicht stimmen mag (vgl. Grauls, 1957, Nr. 61(c)): Glück-Borms "Er sieht die Bären tanzen (Hijn ziet de beren dansen)" (Nr. 81). Abgesehen davon, daß man für die Darstellung der meisten Vorschläge nur einen Bären bräuchte, aber zwei Bären dargestellt sind.

Gänse hütenZu Nr. 21 "Er ist hier, um Gänse zu hüten": Fraenger (1923) findet den Vorschlag von Bolte für das Sprichwort 87 ("Bin ich zum Gänsehüten nicht berufen, so laß ich Gänse Gänse sein") "freilich nicht so überzeugend". Auch Grauls (1957) meint zur Szene 60 "Wie weet waer omme de ganzen bervoets gaen", daß sie einige Möglichkeiten biete und nennt z.B. 60(a) "Hierom ende daerom gaen de ghanssen baervoets" und 60(b) "Ben ick niet geroepen om ganzen te hoeden, laet het ganzekens wezen".

Krähen auf dem GalgenZu Nr. 24 "Die Krähen müssen auf's Aas warten": Dundes & Stibbe weisen darauf hin, daß noch zwei weitere schwarze Vögel auf dem Galgen auszumachen sind, wenn auch nur schwer. Die Deutung bezieht sich deshalb wohl auf die Gruppe Vögel neben dem Galgen. Zusätzlich möchte ich anmerken, daß die Vögel fast immer als Krähen angesehen werden. Es stellt sich aber die Frage, ob Bruegel hier tatsächlich Krähen malte. Die Vögel sind zwar nur schwer zu erkennen, aber von anderen Gemälden wissen wir, daß Bruegel gerne Elstern mit dem Galgen zusammen malte (siehe "Der lustige Weg zum Galgen", 1568). Damit ergeben sich neue Interpretationsspielräume. Van Mander hat z.B. die Elster auf dem Galgen als Symbol für Klatschbasen beschrieben, was Glück (1963, S.90) aber zu "verkünstelt" ist.

Narr mit KartenZu Nr. 28 "Der Narr bekommt die Karte": Fraenger (1923) bemerkt, daß der Narr, der die Karte bekommt (Sprichwort 6), ein Ei auf der Spitze der Kappe hat. Diese Bemerkung wurde später noch einmal von Kass & Lukáscy (1985) aufgegriffen. Sie wissen es zwar nicht als Sprichwort oder Redensart zu deuten, geben aber den Hinweis, daß das Ei ein Symbol der göttlichen Vollkommenheit gewesen sei (Sprichwort 61). Dieses Detail blieb ansonsten unbeachtet. Es scheint aber auch bereits schwer zu sein, dem Ei, verstanden als Symbol, eine eindeutige Bedeutung zuzuweisen. So finden wir bei Stridbeck (1956) alleine drei verschiedene Erklärungen. 1) bei der Beschreibung der Ira aus den Todsünden: "Ein anderer Zweig wird von einem Vogelbauer bekrönt, in welchem ein Ei liegt, ein Gegenstand, der in symbolischen Zusammenhängen immer einen herabsetzenden Sinngehalt hat" (S.105); 2) bei der Luxuria: "Durch seinen Gebrauch als Aphrodisiakum war das Ei ein Symbol für Unkeuschheit und Leidenschaft" (S.110f); 3) bei der Gula: "Der eine Sünder balanziert ein Ei auf dem Kopf, das als eine besondere Leckerei betrachtet wurde und daher das Zeichen der Feinschmecker war" (S.115).

Zu Nr. 28 "Der Narr bekommt die Karte": Seidel & Marijnissen (1969) fragen sich, welche Bedeutung der umgehängten Jagdtasche bei Sprichwort 43 ("Die Narren kriegen die (besten) Karten") zukommt. Die Frage konnte bis heute nicht beantwortet werden.

SpielkartenZu Nr. 28 "Der Narr bekommt die Karte": Dundes & Stibbe meinen außerdem zu dieser Szene, daß den speziellen Karten eventuell auch eine Bedeutung zukommt, worauf aber noch niemand hingewiesen habe.

WürfelZu Nr. 30 "Die Würfel sind gefallen": Glück (1932ff) fügt bei seiner Nummer 6b für die holländische Übersetzung noch ein "?" hinzu. Heute scheint man sich aber über diese Deutung einig zu sein.

Schere und AugeZu Nr. 32 "Knip oog": Bei der Interpretation des Auges in der Schere als "Aug um Aug" bzw. Auge um Auge" fügen folgende Autoren ein Fragezeichen hinzu: Das Bruegel Buch (1941, Sprichwort 8), Roh (1960, Sprichwort 8), Mieder (1979, Sprichwort 8).

Loch im DachZu Nr. 35 "Sein Dach hat ein Loch": Kass & Lukáscy (1985) wissen die Szene mit dem lecken Dach nicht zu interpretieren (Sprichwort 48), geben aber den Hinweis auf einen Vers: "Ein leckes Dach und ein qualmender Kamin ist Unglück im Haus, ja Qual und Verdruß". Dies ist einigermaßen verwunderlich, wird diese Szene doch schon lange z.B. entweder als "Sein Dach hat ein Loch" (Glück, 1932ff, Sprichwort 11a; Bruegel Buch, 1941, Sprichwort 11a; Roh, 1960, Sprichwort 11a; Grosshans, 1973, Sprichwort 17; Mieder, 1979, Sprichwort 11a.) oder als "Ein altes Dach bedarf viel Ausbesserns" (Glück, 1932ff, Sprichwort 11b; Bruegel Buch, 1941, Sprichwort 11b; Grosshans, 1973, Sprichwort 18) gedeutet.

ZahnbindeZu Nr. 38 "Er pißt gegen den Mond": Seidel & Marijnissen (1969) bemerken, daß der Mann von ihrem Sprichwort 51B ("Er hat gegen den Mond gepißt") um Wangen und Ohren eine Binde geschlungen hat, als habe er Zahnschmerzen. Sie meinen, es könnte vielleicht bedeuten: Er lacht gequält. Grosshans (1973) interpretiert es als "Ein Mann mit einer Zahnbinde" (Sprichwort 15) und fügt hinzu, daß es vielleicht auch "Er hat's faustdick hinter den Ohren" bedeuten könne.

SchielenZu Nr. 40 "Ungleiche Schüsseln machen schielende Augen": Es muß hinzugefügt werden, daß es unklar ist, ob der Barbier tatsächlich schielt. "It is not clear at all whether the eyes of the barber beneath the saucers or platters are crossed. It does appear, however, as though he is not looking directly at the fool he is shaving" (Dundes & Stibbe, 1981, S.33). Man vergleiche die Darstellung dieser Szene mit einer aus der Superbia (Hoffahrt) der Todsünden. Auch dort hat Bruegel einen Barbier bei geöffneter Tür in voller Beschäftigung gemalt; er seift gerade einen Kunden ein. Diese Szene ist als Illustration menschlicher Eitelkeit interpretiert worden (Stridbeck, 1956, S.82).

Herausragender ZweigZu Nr. 43 "Es wächst zum Fenster heraus": Seidel & Marijnissen (1969) fragen sich zu ihrem Sprichwort 52B ("Zwei Narren im Haus, das ist zuviel") noch: Was bedeutet der aus dem Dachfenster herausragende Zweig? Es wird gedeutet als "Es wächst zum Fenster heraus" in der Bedeutung, daß etwas nicht geheim bleiben kann.

Zeigender FingerZu Nr. 48 "Jemandem die Tür weisen": Dundes & Stibbe meinen, daß es sehr schwer auszumachen sei, wohin der Finger genau zeige, der aus dem Loch aus dem Vorbau herausschaut.

Schwimmender HutZu Nr. 55 "Er kann nicht leiden, daß die Sonne ins Wasser scheint": Fraenger (1923) macht darauf aufmerksam, daß es in der Nähe von seinem Sprichwort 69 ("Ihn neidet, daß die Sonne ins Wasser scheint") noch einen ungeklärten auf dem Wasser schwimmenden Hut gibt, weiß es aber nicht zu deuten. Auch Seidel & Marijnissen (1969) fragen zu ihrem Sprichwort 67 ("Er kann nicht leiden, daß die Sonne ins Wasser scheint"): Was bedeutet der auf dem Wasser schwimmende Hut? Es wurde versucht zu erklären, daß der Neidische so schnell ins Wasser rannte, daß er sogar seinen Hut verlor (Kass & Lukácsy, 1985).






 
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The banner illustration is a fragment of Pieter Bruegel's painting "The Netherlandish Proverbs", 1559