Liste der Interpretationen von
Horst Weinstock (1966)
Einführende Bemerkungen
Das Buch von Weinstock (1966) enthält dieselbe Tafel mit den identischen
Erläuterungen (buchstabengetreu), wie die Museumstafel aus den
60er Jahren. Nur die Ziffern in der Abbildung weichen im Schriftstil
leicht von der anderen Darstellung ab (nicht aber in der Reihenfolge oder
Plazierung zu den Szenen), genauso weicht der Zeilenumbruch in der dreispaltigen
Liste der Interpretationen ein wenig ab. Es wird nicht ersichtlich, woher
der Autor die Interpretationsliste hat, oder ob er sie selbst erstellt hat,
so daß "die Frage nach der Henne und dem Ei" (Ist Weinstock, 1966 die
Vorlage für die Tafel gewesen oder hat Weinstock diese Tafel als Vorlage
genutzt?) an dieser Stelle nicht geklärt werden kann.
Ohne eigene Nummer versehen, werden zu den 75 numerierten Deutungen noch
7 weitere Sprichwörter genannt. Zusammen werden also 82 Deutungen gegeben.
Sie sind hier zur eindeutigen Kennzeichnung mit einem hinzugefügten
"(a)", "(b)" [und einmal "(c)"] versehen.
Literaturnachweis
Horst Weinstock (1966): Die Funktion elisabethanischer Sprichwörter
und Pseudosprichwörter bei Shakespeare. Heidelberg: Winter.
Der Deutungsliste ist eine farbige Abbildung und eine mit den entsprechenden Nummern versehene schwarz-weiße Abbildung
des Gemäldes beigefügt.
1. Fladen (Kuchen) wachsen auf dem Dach.
2. Unterm Besen getraut.
Ohne Kirchensegen.
3. Wer nicht durch die Finger sieht, ist in der Welt
nicht brauchbar.
4(a). Der Narr bekommt die Karte.
4(b). Er sch... auf die Welt.
5. Sie haben einander bei der Nase.
6. Er hat es auch durch das Scherenaug' fallen lassen.
7. Laß ein Ei im Nest.
8(a). Er hat Zahnweh hinter den Ohren.
8(b). Er p... gegen den Mond.
9. Hier werden Narren barbiert.
10. Zwei stecken unter einer Kappe.
11. Mit einem Pfeil nach dem andern schießen.
12. Sie kann selbst den Teufel aufs Kissen binden.
13. Er ist ein Pfeilerbeißer.
Heuchlerischer Kirchgänger.
14. Es ist nicht gut, in der einen Hand Feuer, in der
andern Wasser zu tragen.
15. Sein Hering will nicht braten.
16. Jeder Hering muß an seinen eignen Kiemen
hängen.
17. Sich zwischen zwei Stühle setzen.
18. Hier zieht die Sau den Zapfen aus.
19. Mit dem Kopf gegen die Wand rennen.
20(a). Der Katze die Schelle anbinden.
20(b). Bis zu den Zähnen bewaffnet sein.
20(c). Er spricht auf das Messer.
21. Der Hennentaster.
Vorwitziger Mensch.
22. Hier hängt die Scher' heraus.
[Hier] wird man übervorteilt.
23. Er spricht aus zwei Mündern.
Doppelzüngig.
24. Viel Geschrei und wenig Wolle, sagte er, und schor
ein Schwein.
25. Was die eine rockent, spinnt die andere.
26. Er trägt das Licht in Körben an den Tag.
27. Kerzen für den Teufel anzünden.
28. Beim Teufel zur Beichte gehen.
29. Der Ohrenbläser.
30. Der Fuchs ist beim Kranich zu Gast.
31. Den Brunnen zuschütten, nachdem das Kalb
hineingefallen ist.
32. Er läßt die Welt auf dem Daumen tanzen.
33. Man wird einen Stock in sein Rad stecken.
34. Wer durch die Welt will, muß sich
krümmen.
35. Er bindet selbst Gott einen flächsernen Bart
um.
[Er] macht ihn zum Narren.
36. Rosen vor die Säue schütten.
37. Dem Mann den blauen Mantel umhängen.
Ihn hintergehen.
38. Wer das Fell des Schweines haben will, muß
es töten können.
39. Zwei Hunde und ein Knochen.
40(a). Auf glühenden Kohlen sitzen.
40(b). Das Fleisch am Spieß muß begossen
werden.
41. Mit Fischen fängt man Fische.
42. Durch den Korb fallen.
Durchgefallener Freier.
43. Das Hühnerei ergreifen und das Gänseei
fahren lassen.
Unbesonnene Gewinnsucht.
44. Er gähnt mit dem Ofen um die Wette.
[Er] kämpft vergebens gegen einen Stärkeren.
45. Er weiß schwerlich von dem einen Brot zum
anderen zu gelangen.
46. Er sucht das Beilchen.
47. Wer seinen Brei verschüttet, kann nicht alles
wieder aufraffen.
48. Das letzte Paar bekommt die Brezel.
[Das] sogenannte Steigerspiel.
49. Er ist ein Ofenhocker.
50. Der Spielmann am Pranger.
51. Er kommt vom Ochsen auf den Esel.
52(a). Zwei arme Leute vor einer Tür.
52(b). Er wird den Ring wohl an der Tür
lassen.
Als verarmt davongehen.
53. Er fällt mit der Türe ins Haus.
54. Große Fische fressen die kleinen.
55. Er kann nicht leiden, daß die Sonne ins Wasser
scheint.
56. Sein Geld ins Wasser werfen.
57. Zwei sch... durch ein Loch.
[Sie] sind ganz unzertrennlich.
58. Das sind zwei Fliegen auf einen Schlag.
59. Er hängt den Mantel nach dem Wind.
60. Er schüttet die Federn in den Wind.
Unsinniger Verschwender.
61. Aus andrer Leute Haut Riemen schneiden.
62. Der Krug geht so lange zu Wasser, bis der Henkel
bricht.
63. Den Aal beim Schwanz fassen.
64. Gegen den Strom schwimmen.
65. Die Kutte an den Zaun hängen.
66. Er führt den Bären.
Lustig sein.
67. Wer Feuer frißt, sch... Funken.
Jähzorniger.
68. Gelüstet dich zu jagen, so treib' die schwarzen
Schweine aus dem Korn.
69. Er wärmt sich an dem Brand, den er selber
angezündet hat.
70. Man muß segeln, solange der Wind weht.
71. Ein Auge im Segel halten.
Auf der Hut sein.
72. Bin ich zum Gänsehüten nicht berufen,
so lass' ich Gänse Gänse sein.
73. Roßäpfel sind keine Feigen.
74(a). Das ist Butter an den Galgen geschmiert.
74(b). Die Krähen müssen auf Aas lauern.
75. Da führt ein Blinder den andern.
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