Liste der Interpretationen von
Eilert Pastor (1937, 1941)
Einführende Bemerkungen
Der Autor dieses Textes, schreibt nicht, auf welcher Grundlage seine
Interpretationen beruhen, unterläßt es aber nicht, an entsprechenden
Stellen seine deutsche Gesinnung zu bekunden (so z.B. wenn er das
deutsche über das russische Sprichwort hebt, oder wenn er den "schlesischen
Lehrer" Karl Friedrich Wilhelm Wander als Nationalsozialisten beschreibt).
Eilert gibt Interpretationen zu 82 Szenen des Bildes, wobei er zu 18 Szenen
insgesamt 44 Interpretationsvorschläge nennt, die hier durch das
Anhängen von kleinen Buchstaben unterschieden werden, was bei Eilert
nicht der Fall ist. Zuzüglich dieser 26 Sprichwörter nennt Eilert
also 108 Sprichwörter. Er schreibt ausschließlich deutsche
Interpretationen. Die wenigen Anmerkungen, die Eilert in Klammer gleich nach
dem Sprichwort nennt, werden auch hier gleich nach dem Sprichwort wiedergegeben.
Literaturnachweis
Eilert Pastor (1937): Das deutsche Sprichwort. Lebensblätter.
Vierteljahreshefte der Allianz und Stuttgarter Lebensversicherungsbank, 9
(35), S.8-18.
Nachdruck: Eilert Pastor (1941): Das deutsche Sprichwort. Die Heimat, 20
(1-2), S.3-7.
Diesem Artikel ist sowohl eine große Abbildung des Gemäldes beigefügt, als auch eine kleinere numerierte
Abbildung. Man findet dort auch ein weiteres Werk Bruegels und zwei Werke
anderer Künstler abgebildet.
1. Ihm wachsen Fladen auf dem Dach.
Er hat Glück.
2. Unterm Besen getraut.
Ohne Kirchensegen.
3a. Durch die Finger sehen.
3b. Das Pantoffelholz schwimmt überall oben.
3c. Da hängt das Messer.
Herausforderung.
4a. Der Narr bekommt die Karte.
4b. In die Karten gucken.
4c. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
4d. Er sch...t auf die Welt.
5a. Sie haben einander bei der Nase.
5b. Die Würfel sind gefallen.
6a. Durchs Scherenauge fallen lassen.
6b. Die Karten aus der Hand geben.
7. Herberge zur verkehrten Welt.
8. Laß ein Ei im Nest.
9a. Jedes Dach hat sein Ach.
9b. Ein altes Dach ist schwer zu flicken.
10a. Er hat Zahnweh hinter den Ohren.
10b. Er p...t gegen den Mond.
Schadet sich selber.
10c. Da regiert der abnehmende Mond.
Schlechte Wirtschaft.
11a. Am Narrenbart lernt man scheren.
11b. Ohne Seife barbieren.
Übervorteilen.
12a. Zwei stecken unter einer Kappe.
12b. Es wächst aus dem Fenster heraus.
Wird offenkundig.
13a. Mit einem Pfeil nach dem andern schießen.
13b. Einem aufs Dach steigen.
14. Jeder Hering muß an seinen eigenen Kiemen
hängen.
15. Sein Hering will hier nicht gar braten.
16. Sich zwischen zwei Stühle setzen.
17. Läßt man den Hund herein, so kriecht er in
den Schrank.
18. Hier zieht die Sau den Zapfen aus.
19. Er ist ein Pfeilerbeißer.
Scheinheilig.
20. In der einen Hand trägt sie Wasser, in der anderen
Feuer.
Doppelzüngigkeit.
21. Sie kann selbst den Teufel aufs Kissen binden.
22a. Mit dem Kopf gegen die Wand rennen.
22b. In Harnisch sein.
22c. Sich etwas ans Bein binden.
23a. Er ist bis zu den Zähnen bewaffnet.
23b. Der Katze die Schelle umbinden.
24. Da hängt die Schere heraus.
Man wird übervorteilt.
25. Er nagt immerzu am selben Knochen.
26. Der Hennentaster.
Der sich um ungelegte Eier kümmert.
27. Aus zwei Mündern sprechen.
28. Das Licht im Korbe ins Haus tragen.
29. Man muß dem Teufel zwei Lichter aufstecken.
30. Beim Teufel zur Beichte gehen.
31. Ein Ohrenbläser.
32. Wenn Fuchs und Kranich einander zu Gast laden, gehen
sie beide hungrig heim.
33. Der eine schert die Schafe, der andere die Säue.
34. Was die eine rockent, spinnt die andere.
Üble Nachrede.
35. Sie hängt ihrem Mann den blauen Mantel um.
Hintergeht ihn.
36. Er weiß nicht, wie er das Schwein schlachten
soll.
37. Der Spieß muß begossen werden.
38. Auf glühenden Kohlen sitzen.
39. Zwei Hunde an einem Bein kommen selten überein.
40a. Die Welt ruht in Gottes Schoß.
40b. Er bindet selbst Gott einen flächsernen Bart
um.
41. Rosen vor die Säue schütten.
42. Wenn das Kalb ertrunken ist, wird der Brunnen
zugeschüttet.
43. Wer durch die Welt will kummen, der muß sich
bücken und krummen.
44. Er läßt die Welt auf seinem Daumen tanzen.
45. Es steckt ein Stock im Rad.
46. Wer seinen Brei verschüttet hat, kann nicht alles
wieder aufraffen.
47a. Er sucht das Beilchen.
47b. Unter die Bank kriechen.
48a. Auf die lange Bank schieben.
48b. Er weiß schwer vom einen Brot zum andern zu
reichen.
48c. Das ist eine Hacke ohne Stiel.
49. Das letzte Paar bekommt die Brezel.
50. Er gähnt mit dem Backofen um die Wette.
51a. Er sitzt sich selber im Licht.
51b. Ein Ofenhocker.
52. Das Hühnerei greifen und das Gänseei laufen
lassen.
53a. Durch den Korb fallen.
53b. Zwischen Himmel und Erde hängen.
53c. Den Hinteren zeigen.
54. Aus fremden Häuten ist gut Riemen schneiden.
55. Den Aal beim Schwanz fassen.
56. Gegen den Strom schwimmen.
57. Er hängt die Kutte an den Zaun.
Verläßt den Ordensstand.
58. Er kann nicht leiden, daß die Sonne ins Wasser
scheint.
59. Sein Geld ins Wasser werfen.
60. Große Fische fressen die kleinen.
61. Er fängt die Fische mit den Händen.
Ein ganz Schlauer.
62. Hinter dem Netz ist nutzlos fischen.
63. Er muß auf dem Pranger spielen.
64. Vom Ochsen auf den Esel kommen.
65. Mit der Tür ins Haus fallen.
66. Den Ring küssen.
Übertriebene Demut.
67. Zwei sch...n durch ein Loch.
Unzertrennlich.
68. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
69. Sie sieht den Storch fliegen.
70. Die Federn in den Wind schütten.
71. Den Mantel nach dem Winde hängen.
72. Er hat Feuer im Hintern.
73. Die Schweine laufen ihm ins Korn.
74a. Das Haus anzünden, um sich daran zu
wärmen.
74b. Wo Rauch ist, da ist auch Feuer.
75. Einen Klotz am Bein haben.
76. Pferdeäpfel sind keine Feigen.
77. Angst läßt das alte Weib traben.
78a. Ein Blinder führt den andern.
78b. Hinterm Berge wohnen auch noch Leute.
79. Er sieht die Bären tanzen.
Ist hungrig.
80. Er sorgt sich, daß die Gänse barfuß
gehen.
81. Man muß immer ein Auge im Segel haben.
82a. Das ist Butter an den Galgen geschmiert.
82b. Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Krähen.
82c. Galgenvögel.
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