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Thursday, 29 July 2010


It is the first step that is difficult.

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ÜBER DIE KUNST, METAPHERN ZU MISCHEN: Einladung zu einer Diskussion über Pieter Bruegels Bild "Die holländischen Sprichwörter", 1559

Liste der Interpretationen von
Gustav Glück (1932ff)


Einführende Bemerkungen

Der Liste der Deutungen Glücks liegen hier die 4. und 6. Auflage von "Bruegels Gemälde" zugrunde (Glück, 1937, 1953). Während in den ersten beiden Auflagen (1932, 1934) den "gründlichen Ausführungen Wilhelm Fraengers" gefolgt wird, wird die Liste ab der 3. Auflage (1937) durch eine "große Anzahl von Ergänzungsnummern" vermehrt. Vor allem der Arbeit Jan Borms ist dies zu verdanken. Die einzelnen Ausgaben unterscheiden sich daher im Detail. Die Interpretationen der 6. Auflage, die sich von der 4. Auflage unterscheiden, sind hier in eckigen Klammern und kursiver Schrift wiedergegeben.

Die Sprichwörter werden in deutsch und holländisch gegeben und mit einigen Erklärungen über die Bedeutung der Ausdrücke versehen. Die Bedeutungen werden hier in kursiver Schrift gleich nach der Interpretation genannt.

Es scheint bei Glück eine Reihe Unstimmigkeiten  in der Schreibweise bei den holländischen Sprichwörtern zu geben, auf die ich hier aber nicht eingehen kann (z.B. werden sowohl "wereld" als auch "werelt" für 'Welt', "daer" und "daar" für 'da', "duivel und "duyvel" für 'Teufel' verwendet).

Es finden sich bei Glück insgesamt jeweils 92 Nummern. Die Nummernfolge wird von Fraenger übernommen, wobei aber die Nr. 60 (bei Fraenger: "Laat uw licht in de duisternis schijnen!") keinen Deutungsversuch besitzt; warum bleibt unklar. Durch das Versehen der Nummern mit a und b und dem Nennen mehrerer Deutungen innerhalb einer Nummer finden wir insgesamt 47 (1953 sogar 52) weitere Interpretationen, also 138 bzw. 140 gedeutete Ausdrücke insgesamt, wobei 135 Interpretationen in beiden Ausgaben weitgehend übereinstimmen.

Die Nummern, die mit einem "a" oder "b" versehen sind, wurden von Glück so bezeichnet. Sie verweisen meist auf die mehrfache Interpretation einer Szene, d.h. es wird angenommen, Bruegel habe hier mehrere Sprichwörter oder sprichwörtliche Redensarten in einer Darstellung ausgedrückt. Die in Klammern hinzugefügten "(a)" oder "(b)" stammen von mir. In den Fällen, daß unter einer Nummer mehrere Deutungen zu finden sind, dienen sie der eindeutigen Kennzeichnung. Sie verweisen meist auf verschiedene Interpretationen derselben Szene, d.h. es ist unsicher, welchen Ausdruck Bruegel darstellte.


Literaturnachweis

Gustav Glück (1932ff): Bruegels Gemälde. Wien: Anton Schroll & Co.
Auflagen: 19321, 19342, 19363, 19374, 19515, 19536.
Zwischen der 5. und 6. Auflage erschien auch eine englische Übersetzung seines Werkes.

Es gibt seit 1951 eine Zusammenfassung und Weiterführung von "Bruegels Gemälde" und "Bilder aus Bruegels Bildern":
Gustav Glück (1951ff): Das grosse Bruegel-Werk. Wien: Anton Schroll & Co.
Auflagen: 19511, 19553, 19634.

In allen Ausgaben sind große farbige Kopien des Gemäldes enthalten. Die Ausgabe von 1953 ("Bruegels Gemälde") beinhaltet weitere 41 Farbtafeln und 7 schwarz-weiß Tiefdrucktafeln.

In den späteren Ausgaben (z.B. 1963 "Das grosse Bruegel-Werk") sind auch Ausschnittsvergrößerungen aus "Die holländischen Sprichwörter" vorhanden.


1. Fladen wachsen auf dem Dach.
Daer syn de daken met vladen ghedeckt. [... ghe deckt]

Ein Motiv des Schlaraffenlandes.

2. Unterm Besen getraut.
Onder den bezem getrouwd.

3. Da steckt der Besen raus.
Daer steekt den besem uyt.

Die Meister sind nicht daheim.

4. Er sieht durch die Finger.
Desen siet door de vingeren.

4a. Da hängt das Messer.
Daar hangt het mes.

Eine alte Herausforderung.

4b. Auf Holzschuhen stehen.
De patijne staan. [Te ... staen]

Vergeblich warten.

5. Sie haben einander an der Nase.
Daer synder die d'een d'ander metten neuse vatten.

Ein Narrenmotiv; auch bei Goethe im Faust.

6. Er guckt in die Karten.
Hij kijkt in de kaart.

6a. Es hängt vom Fall der Karten ab.
't Is naar 't vallen van de kaart.

6b. Die Würfel sind gefallen.
De teerlingen zijn gevallen.

Er fügt bei der holländischen Übersetzung ein "?" hinzu.

7. Er sch... auf die Welt.
Desen beschyt al de werelt.

7a. Zur verkehrten Welt.
In de verkeerde wereld.

Ein Wirtshausschild, bei dem die Weltkugel mit dem Kreuz nach unten, also verkehrt, hängt. Zugleich ein Sinnbild des gesamten Gemäldes.

8(a). Er hat es auch durch das Scherenauge (fallen) lassen.
He hett et ock dör et Scherenaug loten.

Nach Wilhelm Fraenger.

8(b). Aug um Aug.
Oog om oog.

Oder diese Interpretation nach Jan Borms anstelle von 8(a) nach Fraenger. [Oder: "Ein scharf sehendes Auge" (Een scherpziend Oog?) nach Van Gils.]

9. Laß ein Ei im Nest.
Laat één ei in 't nest.

10. Er p... gegen den Mond.
Desen pist tegen de mane.

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie (Rundbilder). Öfter wiederkehrendes Motiv. Ähnlich bei Rabelais, Gargantua: "pissoyt contre le soleil".

11. Er hats dick (eigentlich: Zahnweh) hinter den Ohren.
Hij heeft tandpijn achter zijn ooren.

11a. Sein Dach hat ein Loch.
Hij heeft een gat in zijn dak.

11b. Ein altes Dach bedarf viel Ausbesserns.
Een oud dak heeft veel hermakens vandoen.

11c. Das Dach hat Latten.
Daar zijn latten aan het dak.

Es gibt Lauscher.

12. Dort hängt der Topf heraus.
Daar hangt de pot uit.

In der verkehrten Welt dient statt der Kanne der Nachttopf als Aushängeschild.

13(a). Den Narren barbieren.
Den gek scheren.

Gekscheren = spotten.

13(b). Ohne Seife barbieren.
Scheren zonder zeep.

Jemanden übervorteilen. Etwa: "über den Löffel barbieren", oder italienisch: "fargli la barba di stoppa" [vgl. "wijlt nou wt [1] ghenuchten de sot wel scheeren"].

13a. Es wächst aus dem Fenster heraus.
Het groeit ter venster uit.

Es kann nicht geheim bleiben.

14(a). Zwei Narren unter einer Kappe.
Twee sotten in een cappruyn.

14(b) Ungleiche Schüsseln machen scheele Augen.
Ongelijke schotels maken scheele oogen.

"Vielleicht".

15. Den einen Pfeil nach dem anderen senden.
Men moet den pyl dic schieten nae den bolt.

Öfter wiederkehrendes Motiv. Auch in einem Brief Goethes an Schiller.

16. Die beste Grete, die man fand, war die den Teufel aufs Kissen band.
De beste Griete die men vant was die den duyvel op't kussen band.

Hat Beziehung zur Legende der heiligen Margarete, die den Teufel besiegte.

17(a). Ein Pfeilerbeißer.
Dit is eenen Pilaerbyter.

Ein scheinheiliger Frömmling, der jedwedem Gegenstande der Kirche betrügerische Andacht widmet.

17(b). Unter dem Hut spielen.
Het is onder het hoedje gespeeld.

"Vielleicht".

Bedeutung: Etwas Heimtückisches tun.

18. Sie trägt Wasser in der einen, doch Feuer in der andern Hand.
Dese draeght vier in d'een hant en water in dander. [... d'ander]

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie. Öfter benutztes Motiv. [Verschiedene Erklärungen: a) "Sie ist unaufrichtig, weil sie zwei einander wiedersprechende Meinungen hat" oder b) "Ich trage Wasser und Feuer und klatsche nicht mit den Nachbarn" nach J. Borms]

19(a). Er brät den Hering um den Rochen. [... Rogen]
Desen braeyt den harinck om den Roghe. [Hy braet den herinck om de kuydt.]

19(b). Er bekommt den Kuchen auf den Kopf.
Hij heeft den koek op t' hoofd.

Es ist ihm mißlungen.

20(a). Er hat mehr in sich, als ein leerer Hering.
Het heeft meer in dan een ijdelen haring.

20(b). Jeder Hering muß an seinen eigenen Kiemen hängen. [ausgelassen]

Nach Wilhelm Fraenger. (Er gibt keine holländische Übersetzung an.)

21. Er sitzt zwischen zwei Stühlen in der Asche.
Desen sit tusschen twee stoelen in d'assen.

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie. Vgl. auch Rabelais, Gargantua: "s'asseoyt entre deux selles le cul a terre".

21a. Was kann der Rauch dem Eisen machen?
Wat kan de rook het hangijzer doen?

21b. Die Spindeln fallen in die Asche.
De spillen vallen in de asschen.

Die Sache ist fehlgeschlagen.

22. Läßt man den Hund herein, so kriecht er in den Schrank.
Men laet den hondt in, hi gaet op die quern.

23. Hier zieht die Sau den Zapfen raus.
Hier treckt de soegh den tap wt. [1]

24. Er rennt mit dem Kopf gegen die Wand.
Desen loopt met syn hooft teghen den muer.

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie.

25. Er ist in Harnisch gebracht.
Hij is in 't harnas gejaagd.

26. Er hängt der Katz die Schelle an.
Desen hangt de cat de bel aen.

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie. [Vgl. die englische Redensart "to bell the cat"]

27. Bis an die Zähne bewaffnet.
Tot op de tanden gewapend. [To ...]

28. Ein Eisenfresser.
Enen Iserbitere.

Vgl. Thomas Murners Schelmenzunft.

29. Ungelegte Eier sind unsichere Küchlein.
Onghelede eier zijn onzeker cuken.

30. Er nagt immerzu an einem Knochen.
Altijd op één been knagen.

31. Da hängt die Scher heraus.
Daer hanght de schaer uyt.

Sinnbild der Beutelschneiderei.

32. Er spricht aus zwei Mündern.
Desen spreekt met twee monden.

Doppelzüngigkeit.

33. Der eine schert das Schaf, der andere das Ferkel.
Deen schert de schapen en dander de vercken.

33a. Viel Geschrei und wenig Wolle.
Veel geschreeuw en weinig wol.

33b. Scher sie, aber schinde sie nicht.
Scheertse maar en viltse niet.

33c. Geduldig wie ein Lamm.
Geduldig als een schaap.

34(a). Die eine rocknet, was die andere spinnt.
Deen rockt dat dander spint.

Üble Nachrede weitergetratscht.

34(b). Wo's zwei Weiber gibt, braucht man keinen bellenden Hund.
Daar twee Grieten zijn hoeft men geen bassenden hond. [ausgelassen]

"Vielleicht".

[34(c). Es ist gerocknet aber nicht gesponnen.
Het is gerockt maer niet volsponnen.]

Es ist noch nicht soweit.

[34(d). Hab acht, daß kein schwarzer Hund dazwischen kommt.
Siet dat daer geen swarter Hond tussen comt.]

35. Er trägt das Licht mit Körben an den Tag.
Desen draeght den dagh met manden uit. [...met bodenloze manden...]

36. Für den Teufel eine Kerze anzünden.
Desen ontsteeckt den duyvel een keerse.

In Thomas Murners Narrenbeschwörung heißt es, wörtlich Bruegels Darstellung entsprechend: "Dem tüfel zwey licht anzinden".

37. Beim Teufel zur Beichte gehen.
Bij den duivel te biechten gaan.

[37(a). Er berät sich mit dem Teufel.
Desen beraeyt sich met den duivel.]

38. Ein Ohrenbläser.
Dit is een oorblazer.

Der dem andern zuflüstert, was er sagen soll.

39. Der Kranich hat den Fuchs zum Gast.
Hier noyt de craen de vos.

Ein Fabelmotiv.

39a. Was nutzt ein schöner Teller, wenn nichts drauf ist?
Eet maar van een mooi bord daar niet op is.

39b. Ein Schaumlöffel.
Een schuymspaen.

Ein Schmarotzer.

39c. Es ist angekreidet.
Het staat in 't krijt.

Es wird nicht vergessen.

40. Er schüttet den Brunnen zu, wenn das Kalb ertrunken ist.
Desen vult den put als 't calf verdroncken is.

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie. Öfter benutztes Motiv.

41. Er läßt die Welt auf seinem Daumen tanzen.
Desen doet de werelt op syn duimken drayen.

42. Es steckt ein Stock im Rad.
Daar steekt een stok in 't wiel.

43. Ich muß mich krümmen, will ich durch die Welt kommen.
Ick moet my crommen, sal ick door de werelt commen.

Öfter benutztes Motiv.

44. Er hängt Unserm Herrn einen flächsernen Bart an.
Onsen Heere eenen vlassen baerd aensetten.

Vgl. Thomas Murner, Narrenbeschwörung: "Wer understat mit Gott zu rechten Und im ein stroen bart wil flechten, Darzu mit im trybt affen spil, Wer weißt, wie lang ers lyden wil?". [Vgl. auch Rabelais, Gargantua: "faisoyt gerbe de feuvvre aux dieux", und Montaigne "Il ne fault point faire barbe de foarre à Dieu, come on dict.", und italienisch: "fargli la barba di stoppa".]

45. Er wirft Rosen vor die Säue.
Desen stroyt roosen voor de vercken.

U.a. auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie.

46. Sie hängt ihrem Mann den blauen Mantel um.
Dese hangt haren man de blau huycke om.

Sie macht ihn zum Hahnrei. Der Ausdruck "blauhuycke" wird - pars pro toto - für das ganze Sprichwörterbild gebraucht.

47. Das Schwein ist durch den Bauch gestochen.
Het varken is door den buik gestoken.

Es ist unwiderruflich.

48. Zwei Hunde an einem Bein kommen selten überein.
Twee honden aen een been comen selden overeen.

Auch auf der Invidia der Laster-Folge.

49. Er sitzt auf feurigen Kohlen.
Hij zit op heete kolen.

50. Der Spieß muß begossen werden.
Het spit moet begoten worden.

50a. Mit ihm ist kein Spieß zu drehen.
Daer is geen spit mee te wenden.

51. Er fängt die Fische mit den Händen.
Hij vangt de visschen met zijn handen.

Er ist ein Schlaumeier.

52. Er fällt durch den Korb.
Hij valt met zijn gat door de mand.

53. Er hängt zwischen Himmel und Erde.
Hij hangt tusschen hemel en aarde.

54. Sie greift nach dem Hühnerei und läßt das Gänseei fahren. [2]
Dese siet op thinnen ey, en laet het gansen ey loopen.

55. Der muß lange gähnen, der den Ofen übergähnen will.
Hi moet lang gapen, die den oven overgapen sal.

56. Er kann von einem Brot zum andern nicht gelangen.
Desen en kan vanden eenen broode tot den anderen niet geraken.

57(a). Er sucht das Beilchen.
Hij zoekt het bijltje.

Er ist ein fauler Arbeiter. Auch: er sucht Streit.

57(b). Wer sucht, der findet.
Die zoekt die vindt.

Nebenbedeutung von 57(a).

57(c). Er ist auch da mit seiner Laterne.
Hij is er bij met zijn lantaarntje.

Nebenbedeutung von 57(a). Er läßt auch sein Licht leuchten.

57a. Das Beil mit dem Stiel.
Het bijltje met den steel.

Das Ganze.

57b. Eine Hacke ohne Stiel. [Eine Harke...]
Een hakje zonder steel. [Een harkje ...]

Etwas Unbrauchbares.

58. Wer seinen Brei verschüttet hat, kann nicht alles wieder aufraffen.
Die syn spise stort, en canse niet al op gherapen.

59. Sie halten sich die Waage.
Sy houwen melcanderen te bancke.

Ein Steigerspiel. In der verkehrten Welt benutzen sie eine zerbrechliche Brezel.

[59(a). Sie ziehen ums längste.
Sy trecken omt lanxte.]

59a. Er hält sich an.
Hij is houvast.

60. [ausgelassen]

61(a). Er sitzt sich selber im Licht.
Hij zit in zijn eigen licht.

61(b). Er ist ein Ofenhocker. [ausgelasssen]

Nach Wilhelm Fraenger. (Er gibt keine holländische Übersetzung an.)

61(c). Laßt euer Licht leuchten in der Finsternis! [ausgelassen]
Laat uw licht in de duisternis schijnen!

Als Nebensinn von 61(b).

62(a). Er spielt auf dem Pranger.
Hij speelt op de kaak.

Öfter benutztes Motiv. Kiefer heißt ebenfalls wie Pranger "kaak".

62(b). Seine Ohren sind an den Pranger genagelt. [Seine Ohren stehen an den Pranger genagelt.]
Zijn ooren staan aan de kaak.

63. Er fällt vom Ochsen auf den Esel.
Desen valt van den os op den esel.

64. Es tut dem einen Bettler leid, daß der andere vor der Türe steht.
't Is d'een beedlaer leet dat d'ander voor de deure staet.

64a. Er kann durch ein Eichenbrett sehen, wenn ein Loch drin ist.
Hij ziet wel door en eikenplank daar een gat in is.

65(a). Er reibt den H...n an der Tür.
Desen vaeght syn gat aen de poort.

65(b). Er öffnet die Tür mit dem H...n.
Hij duwt de poort met zijn gat open.

65(c). Jeder hat seine Last zu tragen.
Ieder moet zijn last dragen.

66. Er küßt den Ring.
Hij kust den ring.

Übertriebene Ehrfurcht bezeugen.

67. Er fischt hinter dem Netz.
Desen vischt achter het net.

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie.

68. Große Fische fressen die kleinen.
Grote visschen de cleyne eten.

Öfter benutztes Motiv.

69. Ihn kränkt es, daß die Sonne ins Wasser scheint.
Desen is ghepynt omdat de son int water schynt.

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie.

70. Er wirft sein Geld ins Wasser.
Hij gooit zijn geld int water.

71. Zwei sch...n durch ein Loch.
Dees twee schyten door één gat.

71a. Es hängt wie ein Sch...haus über einem Graben.
't Hangt als een kakhuis boven een graft.

72(a). Er schlägt zwei Fliegen auf einen Schlag.
Hij slaat twee vliegen in één klap.

72(b). Er verjagt die Fliegen mit einem Lappen.
Hij verjaegt de vliegen met een lapken.

Er tut unnütze Arbeit. In einem Kupferstich von P. de Jode (Albertina).

73. Sie guckt dem Storch nach.
Zij light en kijk na den ooyever.

Auch in P. de Jodes Stich unter Nr. 72. [Sie faulenzt.]

73a. An den Federn erkennt man den Vogel.
Aan de pluimen ziet man wat vogel het is. [...si] [3]

74. Er hängt den Mantel nach dem Wind.
Desen hangt de huycke naer den wint.

Auch in der Meyer-van-den-Berghschen Serie. Ähnlich auch in Sebastan Brants Narrenschiff: "Den mantel hencken gen dem wynd".

75. Er schüttet die Federn in den Wind.
Desen want pluimen in den wint.

76. Aus fremdem Leder schneidet man breite Riemen.
Wt [1] vremder huyt snyt men brede riemen.

77. Der Krug geht so lange zum Wasser, bis er bricht.
Also langhe gaet die cruuc tot water dan sie brect.

78. Er faßt den Aal beim Schwanz.
Desen heeft den palinck met den steert. [Desen vanckt den palinck met den sterte.]

79. Es ist schwer, gegen den Strom zu schwimmen.
Tis quaet swemmen teghen stroom.

80. Er hängt seine Kutte auf den Zaun.
Hij hangt zijn kap op den tuin.

Den Ordensstand verlassen.

81. Er sieht die Bären tanzen.
Hij ziet de beren dansen.

Ihn hungert.

82. Er hat das Feuer am H...n.
Hij heeft het vuur in den aars.

83(a). Die Schweine laufen ins Korn.
De varkens loopen int koren.

Es geht alles verkehrt.

83(b). Weniger Getreide, aber mehr Fleisch.
Mindert de schoof, zoo wast het varken.

Nebensinn von 83(a).

83(c). So hoch wie der Eber im Korn springen.
Hoochop soo die beren in 't coren springhen.

Nebensinn von 83(a).

84(a). Es ist ihm gleich, wessen Haus brennt, wenn er sich nur an den Kohlen wärmen kann.
Desen achtes niet wyens huys datter brant, als hy hem mach wermen by de colen.

Öfter benutztes Motiv.

84(b). Lösch das Feuer, bevor es aus dem Dache hervorbricht.
Blusch het vuur eer het ten dake uitslaat.

Nebenbedeutung von 84(a).

84(c). Wo Rauch ist, gibt's Feuer.
Waar rook is, is ook vuur.

84(d). Bist du ein Krieger oder ein Bauer.
Bistu een crygher oft bistu een boer.

Angedeutet durch die halbe Rüstung des Mannes.

84(e). Gute Soldaten fürchten kein Feuer.
Goede soldaten vreezen geen vuur.

84a. Eine rissige Mauer ist bald zerrüttet.
Gescheurden muur is saan ontset.

85. Vor dem Wind ist gut segeln.
Voor wint is goet seylen.

86. Er hat ein Auge im Segel.
Hij heeft een oog in't seyl. [...in 't...]

Er paßt auf.

87. Wer weiß, warum die Gänse barfuß gehen.
Wie weet waerom die gansen bervoets gaen.

Vgl. Fischarts Narrenschiff: "Wer sorget, ob die gänß gent bloß, und fägen will all gaß und stroß, der hat keyn fryd, ruw uberall."

88. Roßäpfel sind keine Feigen.
Paardenkeutels zijn geen vijgen.

88a. Er schleift den Klotz.
Hij sleept het blok.

Er ist verliebt, findet aber keine Gegenliebe.

[88(a). Er ist schlecht verheiratet.
[Den blok sleypen es dmeeste last.]

89. Angst macht das alte Weib traben.
Anxt doet het oude wyf draven.

90. Er besch... den Galgen.
Desen beschyt een galge.

91. Wo das Aas liegt, fliegen die Krähen.
Waar 't aas is vliegen de kraaien.

92. Ein Blinder führt den anderen.
Deen blinde leyt dander. [... d'ander]

Biblisches Gleichnis. Öfter benutztes Motiv.

92a. Die Reise ist noch nicht zu End, Wenn man Kirch und Turm erkennt.
De reyse en is nog niet gedaen, Al ziet men kerk en toren staen.


Anmerkungen

[1]: "uit" ?

[2]: Eigentlich "laufen", denn das Ei hat Beine und Füße.

[3]: Wohl nur ein kleiner Fehler. Es hätte "is" heißen sollen.


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The banner illustration is a fragment of Pieter Bruegel's painting "The Netherlandish Proverbs", 1559