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Thursday, 29 July 2010


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FRANK DETJE

ÜBER DIE KUNST, METAPHERN ZU MISCHEN
Teil I: Allgemeine Informationen über Pieter Bruegels Gemälde "Die holländischen Sprichwörter", 1559

1. Das Gemälde "Die holländischen Sprichwörter" (1559)

Dundes & Stibbe (1981, S.7) bezeichnen das Werk als "ikonographisches Meisterwerk", denn Bruegel hat "die Sprichwortweisheit seines Volkes zu einer großen Enzyklopädie vereinigt" (Fraenger, 1923, S.9), zu einem "Arsenal an Sprichwörtern" (Foote, 1979, S.150). Auch Friedländer äußert sich ähnlich (1914, S.9f): "Die niederländischen Sprichwörter sind ein Lieblingsthema Bruegels. In Gemälden, Kupferstichen und Zeichnungen verfolgt man, wie die Phantasie des Meisters sich mit der Spruchweisheit seines Volkes beschäftigt [...] Unser Bild ist [...] eine Enzyklopädie der Sprichwörter." In der Tat sind auf diesem Gemälde über 100 Sprichwörter und sprichwörtliche Redewendung dargestellt, deshalb nennt Stechow (1969, S.60) es auch "a true 'proverb country'".

In den Jahren 1559 und 1560 malte Pieter Bruegel der Ältere drei in ihrer Art recht ähnliche Bilder: "Der Streit zwischen Karneval und Fasten" (auch die "Faschingstafel" genannt; z.B. bei Roh, 1960, S.10), "Die holländischen Sprichwörter" und "Die Kinderspiele". Es sind, abgesehen von zwei Landschaften (1553 und 1557) auch seine ersten Gemälde. Nur von dem Gemälde "Die holländischen Sprichwörter" jedoch soll hier die Rede sein. Eine Auflistung der dargestellten Kinderspiele bearbeitete Hills (1957), auch bei Glück (1932) findet sich eine Liste der dargestellten Spiele. Eine vorbildliche Bildbeschreibung mit vielen Erläuterungen zur Herkunft und Bedeutung des Dargestellten für den "Streit des Karneval gegen die Fasten" (wie das Bild auch genannt wird) findet man bei Schutt-Kehm (1983).

Der Streit zwischen Karneval und Fasten

 

 

Der Streit zwischen Karneval und Fasten
Die holländischen Sprichwörter
Die holländischen Sprichwörter
Die Kinderspiele
Die Kinderspiele

Das Bild "Die holländischen Sprichwörter" hat Bruegel 1559 fertiggestellt. Einem Hinweis Gustav Glücks folgend können wir annehmen, daß das Bild Ende 1559 fertig wurde, denn es scheint, als habe Bruegel das auf dem Gemälde angegebene Datum von 1560 auf 1559 korrigiert. Friedländer (1914, S.9) hingegen stellt die Vermutung an, Bruegel könnte versehentlich 1569 geschrieben haben und nur die dritte Stelle in eine "5" geändert haben. "Ende 1559" gilt für die damals in den Niederlanden vorherrschende spanische Zeitrechnung und entspricht bei unserer heutigen Zeitrechnung Ende Ostern 1560. Glück (1937, S.42) meint außerdem, daß das Bild an einigen Stellen übermalt sei, "offenbar der Prüderie eines früheren Besitzers wegen".

Lange Zeit war dieses Gemälde Pieter Bruegels in englischem Privatbesitz, so daß es nicht studiert werden konnte. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurde es in Amerika zum Kauf angeboten. Dieses Angebot wurde aber abgelehnt, so daß es das Berliner Museum 1914 zu einem hohen aber verdienten Preis erwerben konnte (Weinitz, 1915, S.292). Glück (1937, S.43) berichtet (Burchard folgend) auch: "Das Berliner Sprichwörterbild ist einem Gemälde gleichzusetzen, das im Nachlaß des Antwerpner Armenpflegers Peter Stevens unter Nr. 15 verzeichnet ist. In seiner kostbaren Sammlung, deren Katalog vom 13. August 1668 unveröffentlicht ist, besaß Stevens nicht weniger als elf Gemälde 'de Breugel de vieil' [...] Am 10. Juni 1676 sah Constantin Huygens d. Jüng. das Bild in Antwerpen bei dem Sohn des verstorbenen Sammlers".

Das Bild befindet sich heute im Besitz der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz (früher Kaiser-Wilhelm Museum) in Berlin. Die Größe des Bildes ist recht beachtlich. Es mißt in der Höhe 117 cm und in der Breite 163 cm (wir finden auch abweichende Größenangaben, z.B. Gibson, 1989, nennt 118 x 163). Das Gemälde ist in Öl auf Eichenholz gemalt.

Zu sehen sind eine ganze Reihe Szenen, die einer bildhaften Darstellung wörtlich genommener sprichwörtlicher Redensarten und Sprichwörtern entsprechen. Ein buntes Treiben von ca. 50 Personen verteilt sich über das ganze Bild. Es ist gut ausgefüllt. "In ungefähr hundert Einzelfiguren, Figurengruppen und gegenständlichen Anspielungen und in verschiedenem Beiwerk, das sprichwörtlich gedeutet werden kann, hat er [Bruegel] den bildhaften Gehalt von Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redensarten dargestellt. Das bunte Treiben spielt sich auf einer reichbewegten Bühne ab, auf die der Betrachter von oben hinabsieht. Der Schauplatz ist halb Kulisse und halb Landschaft" (Jedlicka, 1938, S.57). In einer Note besteht Archer Taylor (1965, S.57) noch darauf, daß auf dem Gemälde ausschließlich sprichwörtliche Redensarten, keine Sprichwörter abgebildet seien. Auch Röhrich meint "Die ältere Bezeichnung 'Sprichwörterbild' ist ja nicht zutreffend; es handelt sich um ein Redensartenbild, eine gemalte Enzyklopädie sprichwörtlicher Redensarten" (Röhrich, 1978, S.89). Dem muß man aber etwas widersprechen: Neben sehr vielen sprichwörtlichen Redensarten sind nicht nur Sprichwörter sondern z.B. auch Fabelmotive auf dem Gemälde zu sehen.

Die erste Veröffentlichung des Gemäldes vom Älteren Bruegel erfolgte durch Max J. Friedländer (1914), der es stilgeschichtlich einordnete, aber noch keine Deutungen gab. Die Forscher, die sich mit der Deutung der Darstellungen auf dem Gemälde befaßten, werden mit ihren Interpretationen ausführlich im zweiten Teil dieser Abhandlung zu Worte kommen.

2. Andere Sprichwortbilder von Pieter Bruegel dem Älteren

Neben dem Gemälde "Die holländischen Sprichwörter" schuf Pieter Bruegel eine Reihe anderer Werke, die Sprichwörter und sprichwörtliche Redewendungen zum Inhalt haben: "Große Fische fressen die kleinen" (1557; dieses Motiv kehrt wieder in "Triumph des Todes", ca. 1561 und den "holländischen Sprichwörtern"),  "Zwölf flämische Sprichwörter", auch "Zwölf Sprichwortrundbilder" genannt, (1558) [1], "Der Kampf zwischen Karneval und Fasten" (1560; s. z.B. Schutt-Kehm, 1983), "Der Blinde führt den Blinden" (1568; s. z.B. Jedlicka, 1950), "The Beekeepers" (1568), das das Sprichwort "Dije den nest weet, dije weeten; dijen rooft, dije heeten" darstellt (Wer das Nest kennt, kennt es; wer es raubt, besitzt es; He who knows the nest knows it, he who robs it has it) bzw. "The bird-nester", "The Bird Nest", "Bird's Nest", "Das Vogelnest" oder "Das Sprichwort vom Vogelnest bzw. Vogeldieb", "The Wedding of Mopsus and Nisa" (1570, siehe Sullivan, 1991, S.461ff).

3. Bildliche Darstellung von Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redensarten

Es muß angenommen werden, daß Pieter Bruegel zur Darstellung von Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redensarten bereits durch frühere Werke anderer Meister inspiriert wurde, aber auch, daß sein Gemälde wiederum anderen Malern als Vorlage diente. So schufen u.a. folgende Künstler Bilder, Stiche und Gemälde mit sprichwörtlichen Darstellungen: Hieronymus Bosch (1450-1516), Albrecht Dürer (1471-1528), Albrecht Altdorfer (1480-1538; z.B. "Der Bettel sitzt der Hoffahrt auf der Schleppe", 1531), Lucas von Leyden (1494-1533), Hans Sebalm Beham (1500-1550), Franz Hogenberg (1540-1592; vor allem ein Werk aus dem Jahre 1558 soll Breugel direkt beeinflußt haben; s. Lebeer, 1939/40), sein Sohn Pieter Brughel der Jüngere (1564-1637/38), Sebastian Vrancx (1573-1647; s. van Puyvelde, 1931), Jacob Jordaens (1593-1678), Johannes von Doetinchem (1600-1676; s. Lebeer, 1939/40; de Meyer 1970, 1971), David Teniers (1610-1690), der das Gemälde "Dutch Proverbs" (1646/47) malte und definitiv von Bruegel beeinflußt war (Manners, 1903), Jan Christoffel Jegher (1618-1666; s. de Meyer, 1968), Lodcwyk Josef Fruytuiers (1713-1782; s. Vervliet, 1893; Lebeer, 1939/40), Jean-Baptiste Greuze (1725-1805), Francisco de Goya (1746-1828) und viele andere mehr. Allein zum Thema "The World Upside Down" berichtet Kunzle (1978) von 60 verschiedenen Werken aus 7 Ländern und 3 Jahrhunderten. Aber auch in der Gattung der Literatur findet man Werke, die ausgiebig von den Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redensarten Gebrauch machen, z.B. Erasmus von Rotterdam (1469-1536; vor allem seine "Adagia", 1500, zig Auflagen; auch Johannes Agricola brachte 1529 eine Sprichwörtersammlung heraus, genauso wie Sebastian Franck 1532 [2]), Sebastians Brants "Narrenschiff", Thomas Murners "Narrenbeschwörung", Francois Rabelais (1494-1553, vor allem seine Novelle "Gargantua und Pantagruel", 1532/34, [3]) oder Hans Jacob von Grimmelshausen (1622, 1676; s. Kunzle, 1978). Würtenberger (1957, S.88) meint, daß die gesamte Darstellung auf Bruegels Gemälde ihre Grundlage und ihren Ursprung im Literarischen hat. "Wir weisen besonders auf die spätmittelalterlichen deutschen Schriften hin, welche sich zum Ziele setzen, über die Dingwelt im Hinblick auf ihren Wert zum Menschen zu philosophieren. Solche mit Holzschnitten illustrierten Werke erscheinen vor allem, auf Vergil, Boccaccio und Petrarca zurückgreifend, in den oberdeutschen Verlagsstädten Straßburg, Ulm und Augsburg. [...] Zum Beweis, wie nahe sich Weidnitz und Bruegel im Erfindungsgeist berühren können, sei dieser Holzschnitt des 'Kampfes in der Natur' aus Vergilius angeführt. In gleicher Weise gebiert die Szenerie ihre eigenen Menschenhandlungen. Ähnlich wie in Bruegels Sprichwortbild, wurde eine ländliche, dörfliche, hier noch mehr zur Idylle geschönte Allerweltsszenerie gewählt, deren Kern auch ein Bauernhaus mit all seinem Drum und Dran bis zur fernen Meerlandschaft ausmacht, vom ganzen Leben der Natur einen gesättigten, ja fast übervollen Begriff zu geben" (Würtenberger, 1957, S.88). Es gibt auch Sprichwortwandteppiche vom Ende des 15. Jahrhunderts (Siple, 1933), Sprichwortbilderbogen (Brednich, 1975), Miserikordien (z.B. das mittelalterliche Chorgestühl der Kirche zu Kempen; siehe auch Kunzle, 1978) und Skulpturen mit Sprichwortthematik, Sprichwortbilder als Buchillustrationen und verschiedene Darstellungen einzelner Sprichwörter (für einen thematischen und bibliographischen Überblick s. Mieder, 1977). Auch moderne Photographen wie Jacky Redgate sind von der Darstellung von Sprichwörtern inspiriert (Colless, 1988).

4. Die verschiedenen Namen des Bildes "Die holländischen Sprichwörter"

Das Gemälde "Die holländischen Sprichwörter" wird manchmal auch nur kurz "Die Sprichwörter" (z.B. Stridbeck, 1956, S.172) oder "das große Sprichwörterbild" (Pastor, 1941, S.4) genannt. Der Name "Die holländischen Sprichwörter" kann auch als "Die niederländischen Sprichwörter" (z.B. Stridbeck, 1956, S.172), "Die Flämischen Sprichwörter" (Delevoy, 1990) oder in anderen Sprachen anders übersetzt sein. So finden wir zum Beispiel im Französischen meist "Les proverbes flamands" (Folie, 1980), also die flämischen Sprichwörter, ähnlich im Holländischen "Vlaamsche Spreekwoorden" (Cornette, 1930/31, S.121) und im Italienischen "I proverbi fiamminghi" (Bruegel, 1945), und im Englischen gibt es neben "The Netherlandish Proverbs" auch die Bezeichnung "The Netherlandic Proverbs" (Mieder, 1982).

Es ist aber auch unter anderen Namen bekannt.

So wurde es betitelt mit "Die verkehrte Welt". Kusenberg (1949, S.13) nennt dies sogar den richtigen Namen und so nennt es Stechow (1977, S.56) z.B. noch im Untertitel. Doch Kunzle (1977, 1978) macht deutlich, daß Bruegel nicht in der typischen Form der "World-Upside-Down" oder "Verkehrte-Welt" Darstellungen malte. Er illustrierte die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten wörtlich, aber er verdrehte sie nicht, wie z.B. "Die kleinen Fische fressen die großen".

Wir finden auch den Namen "Der blaue Mantel" (Gibson, 1977, S.74), "The Blue Cloak" (Dundes & Stibbe, 1981, S.7) bzw. "Die Blauwe Huyck" (Delevoy, 1990). Der holländische Titel "de blaue huycke" (der blaue Mantel) wird von Kusenberg (1949, S.13) als alter Spitzname genannt, der von dem Paar herrühre, das den optischen "Herzpunkt des Bildes" bilde. Eine Frau hängt ihrem Mann den blauen Mantel um, und macht ihn so zum Hahnrei. Für Sullivan (1991, S.444) ist "The Blue Cloak" der richtige Name des Bildes, vielleicht gleichbedeutend mit "The Folly of the World". Sie verweist dabei auf ein gleichnamiges Bild von Hogenberg, das ungefährt zur selben Zeit entstand, und der Name "Die niederländischen Sprichwörter" sei nur der "moderne" Name [4].

5. Die Person "Pieter Bruegel der Ältere"

Carel van Mander (1548-1606) war der erste Biograph Bruegels. Seinen Ausführungen im "Schilderboek" von 1604 (abgedruckt z.B. in Friedländer, 1921, S.25-28; Fraenger, 1923, S.119-122; Roh, 1960, S.21-25; Grimme, 1973, S.103-105; auf französisch z.B. in Lebeer, 1969, S.8-10; de Smet, 1980, S.25-27; auf schwedisch z.B. in Romdahl, 1947, S.7-10) entnehmen wir:

Pieter Bruegel der Ältere (Abbildung aus Grosshans, 1973)Bruegel ist in einem gleichnamigen Dorf in der Nähe von Breda geboren. Er lernte die Kunst bei Pieter Coecke van Aelst, später in der Werkstatt des Hieronymus Koeck. Er reiste nach Frankreich und Italien. Er wird ob seinen spukhaften und drolligen Gestalten, die er gerne malte, auch "Pieter der Drollige" genannt. Er siedelte sich in Antwerpen an, wo er 1551 in die Gilde oder Malerzunft eintrat. Er arbeitete viel für den Kaufmann Hans Franckert, mit dem er sich, als Bauern verkleidet, gern und oft auf Bauernhochzeiten einschmuggelte, um sich an dem bäuerischem Leben zu erfreuen. Er hätte fast seine eigene Magd geheiratet. Doch sie hatte es mit der Wahrheit nicht so recht. Bruegel sagte ihr, er nähme jetzt ein Kerbholz, und er nahm schon ein recht großes, in das er alle ihre Lügen schnitzen wolle. Wenn es voll sei, sei es aus zwischen ihnen beiden. Das war bald der Fall. Er heiratete dann die Tochter seines früheren, inzwischen (genauer 1550, so Gibson, 1977, S.15) verstorbenen, Lehrers Pieter Coecke van Aelst (genauer: Es war 1563 und sie hieß Mayken. Die Hochzeit fand um die Osterzeit in Brüssel statt; laut Stechow, 1977, S15), als die Witwe Coecke nach Brüssel zog. Bruegels Mutter drang ihren Sohn, ebenfalls nach Brüssel zu ziehen, um dem anderen Mädchen, seiner Magd, aus den Augen und dem Sinn zu kommen.

Spätere Forscher geben ein genaueres und geändertes Bild von Bruegel und seinem Leben wider als es noch van Mander tat. Es kann hier nur überblicksartig nachgezeichnet werden.

Betont werden sollte, daß fast alle späteren Forscher betonen, daß man über Bruegel und sein Leben eigentlich "recht wenig" bzw. "nicht viel" weiß (so z.B. Stechow, 1977, S.10; Seidel & Marijnissen, 1969, S.7). Das liegt vor allem daran, daß es kaum Zeugnisse neben seinen Bildern gibt. "Kein Vertrag, kein Briefwechsel, kaum zehn zeitgenössische Dokumente sind erhalten". Auch von ihm selbst ist nichts zu erfahren. "Außer den Anmerkungen auf seinen Skizzen zu den Farben der Kleider seiner Gestalten kennen wir keinen von ihm verfaßten Text" (Seidel & Marijnissen, 1969, S.7). nach Claessens & Rousseau (1969) gibt es sogar nur sechs einwandfrei belegte Dokumente (die sie einzeln und aufs Genaueste besprechen).

Versuchen wir, das Wichtigste zusammenzutragen.

5.1 Zum Geburtsdatum

Die Probleme fangen schon mit seinem Geburtsdatum an. Auch wenn Claessens & Rousseau (1969) den 31. Mai 1924 als Bruegels Geburtsdatum nennen, findet man im allgemeinen, daß je später eine Abhandlung über Bruegel ist, desto vorsichtiger wird sich ausgedrückt. Finden wir noch in Weinitz (1915) und Taylor (1965), daß Bruegel im Jahre 1525 geboren sein soll, so verschiebt sich das angenommene Geburtsdatum immer mehr zu einer Zeitspanne: zwischen 1524 und 1530 (Gibson, 1977, S.13), wahrscheinlich im Jahre 1527 oder 1528.

Mieder (1982) aber gibt mit einem Fragezeichen versehen das Geburtsjahr 1520 an, Grauls (1937) nennt das Jahr 1527 und Grimme (1973) nennt um 1528 als Bruegels Geburtsjahr. Man kann aber auch die Angabe 1522 finden (Seidel & Marijnissen, 1969, S.11).

Als er 1551 freier Meister wurde, mußte er mindestens 21 Jahre alt gewesen sein, was für ein Geburtsjahr vor 1530 spricht (Seidel & Marijnissen, 1969, S.11).

5.2 Zum Geburtsort

Als nächstes bleibt sehr unklar, wo Bruegel denn geboren sein soll. Ein Dorf namens "Bruegel" bei Breda, wie aus Mander (s.o.) zu entnehmen, gab es nicht. Oder besser: Es gab zwei (eigentlich drei) Dörfer mit ähnlichen Namen, aber alle nicht bei Breda. Das eine Dorf "Breugel" bzw. "Breughel" liegt nördlich von Eindhoven (Nordbrabant, Holland) und damit 50 km nördlich von Breda. Die beiden Orte "Grote Brogel" ("Groot-Breughel") und "Kleine Brogel" ("Kleen-Breughel") liegen in der Nähe von Bree (Provinz Limburg, Belgien) 70 km südlich von Breda. So nehmen nun die einen Forscher an, Bruegel sei in der Provinz Nord Brabant im südlichen Holland aufgewachsen (Dundes & Stibbe, 1981, S.5), während andere seine Heimstadt immer näher an Breda selbst heranbringen, bzw. sogar vermuten, er sei gar nicht auf dem Dorf, sondern in der Stadt groß geworden. Grimme hingegen schreibt, er sei in einem Dorf im Kempenland geboren - also nicht in der Stadt, sondern "unter den Bauern eines unbekannten Brabanter Dorfes" (1973, S.9). In der Zeitschrift "Eigen Haard" (1897, Nr.12) ist das vermeintliche Geburtshaus Bruegels in dem Ort bei Eindhoven abgebildet. "Freilich eine Überlieferung von [...] zweifelhafter Zuverlässigkeit" (Friedländer, 1921, S.31). Um die Verwirrung perfekt zu machen, muß noch hinzugefügt werden, daß ein weiterer Ort "Bree" früher in latinisierter Form auch "Breda" oder "Brida" geschrieben wurde (Seidel & Marijnissen, 1969, S.10) oder genauer: "Nachforschungen von M. Bossus haben nämlich ergeben, dass der Name der Stadt Brée 1078 'Breda' geschrieben wurde, 1079 'Bréda', 1335 'Briede' und im 15. Jahrhundert 'Brede', während sich im Verlauf des 16. und 17. Jahrhunderts die Schreibweise 'Breda' durchsetzte" (Claessens & Rousseau, 1969, S.40).

5.3 Zur Schreibweise seines Namens

Es gibt sehr viele verschiedene Weisen Bruegels Namen zu schreiben, so daß hier einige Verwirrung aufkommen mag.

Fangen wir mit seinem Nachnamen an. Konsequent mit einem "h", also "Brueghel" schreiben z.B. Mieder (1982), Kusenberg (1949), Leclerc (1954), Delevoy (1990) und Pastor (1937, 1941). Die meisten schreiben seinen Namen ohne "h", also "Bruegel" (z.B. Friedländer, 1914, 1921). Es gibt aber nicht selten auch die Umkehrung von "u" und "e", also Breugel (Sabbe, 1910; Colless, 1988) oder aber auch Breughel (Maeterlinck, 1903; Taylor, 1965; Mund, 1976). Er selbst hat seine frühesten Werke mit "Brueghel" signiert, änderte aber im Jahr 1559 seine Signatur konsequent in "Bruegel" bzw. "BRVEGEL" um.

Was seinen Vornamen betrifft, so gibt es noch sehr viel mehr Varianten. Im englischen, deutschen und holländischen herrscht im allgemeinen die Schreibweise "Pieter" vor (z.B. Friedländer, 1921). Doch gibt es die französische Schreibweise "Pierre" (z.B. Folie, 1980). Wir finden aber auch im Deutschen und Englischen "Peter" (z.B. Friedländer, 1914; Siple, 1933; Glück, 1936), neben z.B. "Petro", "Pedro", "Pietro", "Peeter" usw.

Er selbst hat sich in die Malerzunft mit "Peeter Brueghels, schilder" - das heißt "Peter (Sohn des) Brueghel, Maler" - eingeschrieben. Ein wichtiges Dokument von Guicciardini ("Descrittione di tutti i Paesi Bassi") nennt ihn als "Pietro Brueghel di Breda" (Seidel & Marijnissen, 1969, S.10). Zwei Kupferstiche tragen die Aufschrift "Petrus Breugel fec. Romae A. 1553" (Friedländer, 1921, S.36), aber auch die Signatur "Brüeghel" ist bekannt (1556, Friedländer, 1921, S.48).

Innerhalb der Forschergruppe scheint man sich auf folgende Vereinbarung festgelegt zu haben: "Pieter Bruegel", wenn man den Älteren meint und "Pieter Brueghel", falls vom Jüngeren die Rede ist (Dundes & Stibbe, 1981, S.10). An diese Konvention werde ich mich im folgenden auch halten.

5.4 Seine Beinamen

Neben den Unstimmigkeiten über seinen eigentlichen Namen gibt es auch Unstimmigkeiten bei seinem Beinamen. Da er viele Bilder malte, die das (bunte) Treiben der unteren Volksschichten zum Gegenstand haben, wird er oft der "Bauernbruegel" genannt (z.B. Glück, 1937). Sogar mehrere Publikationen führen diesen "Namen" im Titel zur Charakterisierung mit (Weinitz, 1915; Fraenger, 1923; Hausenstein, 1920, [5]). Neben diesem oft verwendeten Beinamen finden wir aber ebenfalls "Pieter der Drollige" (Mander, 1604) [6]. Auch seine beiden Söhne waren bedeutende Maler und trugen Beinamen. Pieter der Jüngere (1564-1638) wird auch der "Höllenbruegel" genannt und Jan (1568-1625) der "Sammetbruegel" (Weinitz, 1915).

5.5 Seine Lehrer

An der von Mander aufgestellten Behauptung, Bruegel hätte sein Handwerk bei "Pieter Koeck d'Alost alias Pieter van Aals" gelernt, haben einige Forscher Zweifel, denn die Stile der beiden Maler unterscheiden sich vollkommen (Seidel & Marijnissen, 1969, S.11). "Wenn er wirklich, wie van Mander erzählt, bei dem Maler Peter Koeck, der ein Schüler B. van Orleys gewesen ist, gelernt hat (gegen diesen Bericht läßt sich das Schweigen der Antwerpener Gildenlisten ins Feld führen), so hat er glücklich zu verlernen gewußt" (Friedländer, 1914, S.12). Bruegel selbst war von der vorherrschenden italienischen Kunst kaum beeinflußt. Es kommt hinzu, daß durch keine Urkunde bestätigt wird, Bruegel sei ein Schüler Pieter Koecks gewesen. Die Gildenlisten sind erhalten, aber als Lehrknabe ist Bruegel in Antwerpen nicht zu finden (Friedländer, 1921, S.32). Grimme (1973, S.106) aber schreibt, Bruegel sei nach dem Tode seines Lehrmeisters Koecks in die Werkstatt des Peter Balten eingetreten.

Es bleibt viel Raum für Vermutungen, denn Bruegel kann überall gelernt haben. Es ist auch nicht auszuschließen, daß Bruegel bei einem Nachfolger Hieronymus Boschs in s'Hertogenbosch zur Lehre ging. Bei Bosch selber, der ja 1516 starb, konnte er nicht gelernt haben (Friedländer, 1921, S.36).

Als ein Vorläufer und Anreger Bruegels kommt Jan van Amstel, der Holländer (1528 Meister in Antwerpen, verheiratet mit der Schwester der ersten Gattin Pieter Koecks, gerühmt als Landschaftsmaler), in Betracht (Friedländer, 1921, S.36).

5.6 Die große Reise

Vermutlich war Bruegel von Antwerpen geradewegs südlich durch Burgund gewandert. Um 1552 hatte Bruegel bereits Frankreich durchquert. Eine Zeichnung aus Südfrankreich entstand 1552, wenn nicht schon 1551. Sie ist zwar nicht mit einem Namen versehen, doch steht die Urheberschaft durch Bruegel fest. Dargestellt ist die Stadt Vienne, 20 km südlich von Lyon. Er überschritt vermutlich die Alpen von der französischen Seite aus, um Italien zu erreichen (Friedländer, 1921, S.38f). Er war 1552 schon bis Reggio de Calabria gekommen. Seine Reise durch Italien führte ihn nach Messina, wahrscheinlich nach Palermo und sehr wahrscheinlich nach Neapel. Zwei Zeichnungen mit italienischen Motiven jedenfalls sind mit 1552 datiert. Sicher ist, daß er 1553 in Rom war (Stechow, 1977, S.14f). Wahrscheinlich wanderte er über die Westalpen und das Rheintal in seine Heimat zurück. Vielleicht kam er über Genf (Seidel & Marijnissen, 1969, S.12). Schon 1553 war Bruegel anscheinend wieder in Antwerpen (Friedländer, 1921, S. 40). Grimme (1973, S.106) aber nimmt 1554 als Rückreisejahr an.

"Freilich war es ihm nicht darum zu tun, die Monumente des klassischen Altertums zu studieren und in der Malerei der italienischen Renaissance nach neuen Stoffen und Formen zu fahnden. Ähnlich und doch anders als Dürer brachte er aber Neues nach Hause: den Gewinn wahrer künstlerischer Freiheit und Beweglichkeit, dazu noch die Größe der Auffassung der Natur [...]" (Glück, 1937, S.9).

5.7 Weitere Lebensdaten

Zwischen September 1550 und Oktober 1551 arbeitete Bruegel am Altar der Handschuhmacherzunft von Mecheln.
1550: Nach dem Tod Pieter Coeck van Aelst (1502-1550) tritt Bruegel in die Werkstatt des Peter Balten ein. Bei Lackner (1968, S.1) aber steht, er trat in die Offizin des 'Kupferstechers und Rhetorikers' Hieronysmus Cock-Wellens ein, der selbst 1546-1548 in Rom gewesen war und jetzt (1552) auch seinen jungen Schützling in die italienische Hauptstadt schickte (s.o.).
1551: Breugel tritt als Freimeister in die Antwerpener Malergilde, die St.-Lukas-Gilde, ein. Die Gildenliste (oder Liggeren) weist aus: "A° 1551. In 't jaer Ons Heeren doen men schreef XVe ende een vijftich doen waeren Dekens ende Rhegeerders van H. Lucasgulde, Gommaer van Eerenbroeck (ende) Kerstiaen van den Queeckborne, ende hier na volghen haer vrymeesters die zy ontfangen hebben in 't jaer voorscreven: [...] Peeter Brueghels, schilder [...]" (Claessens & Rousseau, 1969, S.26).
1553: In Rom arbeitet Bruegel mit dem Miniaturisten Giulio Clovio zusammen.
Bis 1556 arbeitet er in Antwerpen. Sein graphisches Werk überwiegt.
Es gibt Vermutungen, daß er sich 1562 nach Amsterdam begibt, aber auch daß er in diesem Jahr nach Brüssel übersiedelt.
1563 heiratet er Maria Cock (oder Coecke, die er Maryken oder Mayken nannte; Lackner, 1968, S.1) in Brüssel in der Notre-Dame-de-la-Chapelle. Das Heiratsregister weist aus: "Peeter Brugell / solmt / Maryken Cocks" (Claessens & Rousseau, 1969, S.26). Sie haben sich auch in Brüssel niedergelassen und wohnten in der rue Haute à Bruxelles (Marlier, 1969, S.4).
1564 oder Anfang 1565 kommt sein Sohn Pieter der Jüngere zur Welt
1568 kommt sein Sohn Jan zur Welt
Es soll auch eine Tochter mit dem Namen Marie geben, deren Geburtsdatum aber nicht bekannt ist (Marlier, 1969, S.4)

"Bruegel lebte nicht auf dem Lande, sondern in Antwerpen und Brüssel, nahe dem Mittelpunkt jenes Treiben, das sich für das politische Leben ausgab" (Friedländer, 1921, S.15).

Kurz vor seinem Tod erhielt Bruegel aus Brüssel den Auftrag, das Ausschachten des Kanals zwischen Antwerpen und Brüssel in Bildern festzuhalten. Doch wegen seines Todes unterblieben sie (Roh, 1960, S.23).

5.8 Sein Tod

Als letztes biographisches Datum muß man noch hinzufügen, daß Bruegel am 9. September 1569 starb (Seidel & Marijnissen, 1969, S.13 und Grimme, 1973, S.110 nennen allerdings den 5. September 1569; Marlier, 1969, S.4 gibt sogar den 13. Dezember 1569 als Todestag an) und in der Kirche Notre-Dame de la Chapelle zu Brüssel beigesetzt wurde, derselben Kirche, in der er und Meyken keine 6 Jahre zuvor geheiratet haben (Gibson, 1977, S.18). Als Todesursache wird ein Magengeschwür angegeben (Lackner, 1968, S.5). Seine Frau war zu diesem Zeitpunkt etwa 25 Jahre alt. Sie starb neun Jahre später und wurde neben ihrem Mann begraben. "Er hinterließ seiner Frau in seinem Testament ein Bild mit einer Elster auf dem Galgen. Mit der Elster meinte er die Klatschbasen, die er dem Galgen weihte. Ferner hatte er ein Bild gemalt, darauf die Weisheit durchbricht. Nach seiner Aussage war es das Beste, was er geschaffen hatte" (Carel von Mander, 1604, nach Grimme, 1973, S.105).

Auf Bruegels Grabstein ist folgende Inschrift zu lesen (Friedländer, 1921, S. 52):

Pieter Bruegel der ÄlterePetro Breugelio
exactissimae industriae
artis venustissimae
pictori
quem ipsa rerum parens natura laudet
peritissimi artifices suspiciunt
aemuli frustra imitantur.
itemq Mariae Coucke ejus conjugi
Johannes Breugelius parentibus optimis
pio affectu posuit.
Obiit ille anno MDLXIX
haec MDLXXVIII
David Teniers jun. ex haeredibus
renovavit a° MDCLXXVI

6. Die Zeit, in der Pieter Bruegel lebte

Das Leben Pieter Bruegels fiel in eine unruhige Epoche, die durch Macht- und Glaubenskämpfe gekennzeichnet war. Einen kurzen Überblick über die Verwirrungen in dieser Zeit geben z.B. Friedländer (1921) oder Seidel & Marijnissen (1969).

Seidel & Marijnissen (1969, S.14) bezeichnen die Epoche des 16. Jahrhunderts als faszinierend: "Es war ein furchterregendes und zugleich begeisterndes Zeitalter [...] Es war eine Blütezeit großer Geister [...] Die Erde wurde endlich erforscht [...] Es war die Epoche des Humanismus und der mörderischen Religionskriege, sie war von Gelehrsamkeit erleuchtet und von Intoleranz und Haß verfinstert." Vieles, was der Künstler den Betrachtern seiner Bilder mitteilen wollte, mußte er verschlüsseln (Seidel & Marijnissen, 1969, S.7).

Friedländer (1921, S.13), entnehmen wir: Zwischen 1550 und 1570, die Zeit, "in die des Meisters Wirksamkeit fällt", ist gekennzeichnet von den Vorbereitungen zu einer "Loslösung eines germanischen, demokratischen und protestantischen Gemeinwesens von der spanischen, feudalen und katholischen Weltmacht".

"Harte Bedrohungen, grausame Folterungen und Exekutionen gaben dem bürgerlichen Dasein dramatische Spannung, und tragisches Verhängnis verlieh der Alltäglichkeit den Glanz des Heroischen [...] Was dieses Volk nicht umzubringen vermochte, machte es stärker. Als Habsburg mit Schwert und Feuer gegen die Freiheiten der Städte und die Sitten des Landes vorging, regte sich der Unabhängigkeitssinn; als die römische Kirche mit Folter und Tod gegen den Glauben anrückte, erhob sich der protestierende Geist" (Friedländer, 1921, S.15).

Seit 1553 regte sich der Widerstand gegen die Fremdherrschaft, brach aber unter der Regierung Karls V. noch nicht offen aus.

1556 Karl V. legt die Herrschaft nieder zugunsten Philipps.

1559 Der spanisch gesinnte Fürst Philipp II. verläßt die Niederlande für immer. Die Staatsgewalt wird repräsentiert durch Margarethe (oder Margareta) von Parma, aber ausgeübt durch Granvela (oder Granvella) und später durch Alba. Der Kampf gegen die Unterdrückung durch spanische Truppen beginnt. Die Kräfte des Landes prägen sich in dem niederländischen Adel aus, der mit der Regierung in Konflikt gerät.

1560 Philipp II. erläßt den Edikt zum Abzug der spanischen Truppen aus den Niederlanden.

ca. 1562 Bruegel siedelt nach Brüssel über.

1564 Kardinal Granvela wird abberufen. Die politischen Ereignisse spitzen sich zu.

1566 Kardinal Granvela wird Mitregent der Statthalterin Margareta von Parma. Philipp II. ersetzt im Kampf gegen die Ketzer das Schafott durch den Galgen. Die Bilderstürmer plündern die Kirchen.

1567 Große politische Erschütterungen: Wilhelm von Oranien verläßt das Land, Herzog Alba zieht mit 60.000 Soldaten in die Niederlande, der 'Rat zur Bekämpfung der Unruhen' verurteilt 8.000 Aufrührer zum Tode, Graf Egmont unf Graf Hoorn werden verhaftet.

1568 Egmont wird hingerichtet. Mehr durch dieses tragische Ende denn durch Gesinnung oder Taten wird er der Nachwelt als Volksheld überliefert. Seine Hinrichtung kann als das Signal zum offenen Kampfe betrachtet werden.

1569 Offener Aufstand der Niederlande gegen Spanien. Peter Bruegel der Ältere stirbt in diesem Jahr. (Wiedergabe nach Friedländer, 1921, S.13, Grimme, 1973, S.106ff)

"Wir wissen durchaus nichts von Pieter Bruegels Stellung in den Zeitkämpfen. Weder sein Verhältnis zu der spanischen Fremdherrschaft noch zu dem evangelischen Bekenntnis wird uns deutlich" (Friedländer, 1921, S.14).

7. Sein Werk

Ganz unbestritten ist Pieter Bruegel der Ältere einer der bedeutensten Maler. In geradezu schwärmerischen Tönen beurteilen Seidel & Marijnissen (1969, S.6): "Pieter Bruegel d.Ä. gehört zu den größten Meistern der Malerei des Abendlandes, ja, der Malerei der Welt". Auch Glück äußert sich ähnlich: "Wir wissen heute, dass Peter Bruegel der Ältere, auch Bauern-Bruegel genannt, zu den größten und genialsten Künstlern gehört, die je gelebt haben" (Glück, 1937, S.7).

"Bruegel schuf ohne Ehrgeiz, ohne Ruhmsucht, ohne Eitelkeit. Nirgends langt er strebend mit seiner Absicht über die Grenzen seiner Natur hinaus. Seine Selbstsicherheit ruhte auf dem Grunde einer unbestechlichen Wahrheitsliebe" (Friedländer, 1921, S.174).

Die meisten seiner Bilder hat Pieter Bruegel in den letzten 10 Lebensjahren gemalt, so auch dieses Gemälde. Er hat vor allem Landschaftsbilder und Darstellungen des Treibens der unteren Volksschichten festgehalten. Die ältesten inschriftlich datierten Zeugnisse des Bruegelschen Schaffens stammen aus dem Jahre 1552. Es handelt sich um zwei landschaftliche Aufnahmen, die wohl nicht in den Niederlanden entstanden sind (Friedländer, 1921, S.37).

Friedländer (1914, S.12) charakterisiert Bruegels Schaffen folgendermaßen: "Bruegel ist der erste niederländische Genremaler, obwohl die Generation vor ihm schon Genrebilder geschaffen hat. Er ist deshalb der erste, weil sein Verhältnis zum Leben das des Genremalers ist, weil er - vom Standpunkte des Schulmeisters - zum Standpunkt des Humoristen vorgedrungen ist."

Seidel & Marijnissen (1969, S.6) hingegen schreiben: "So gesehen ist Bruegel zweifellos surrealistisch, um so mehr, als es ihm zuweilen gelingt, die Realität zugleich ins Erhabene und ins Grausige zu steigern."

Sabbe (1910) unterscheidet vier Schaffensperioden. Zwei davon sind stark von der Folklore beeinflußt. Die erste Periode zeichnet sich durch seine Landschaftsbilder aus, die zweite, eine folkloristische, durch Darstellungen von Sprichwörtern und Gebräuchen. In der dritten Periode "voelt hij zich meer aangetrokken tot verheven onderworpen", während er sich in der vierten Periode den realistischen Darstellungen zuwendet, aber wiederum folkloristisches Material wählt.

Colless (1988, S.18) meint hierzu: "We can be reasonably sure that for Breugel the proverb represented an encyclopaedic but pithy, graphic and thus eminently memorable form of popular, if not rustic, wisdom: a wisdom humorously and endlessly counselling against human folly."

Sein Freund Abraham Ortelius schrieb in einem Nachruf: "Vieles malte Bruegel, was man eigentlich nicht malen kann" (nach Lackner, 1968, S.5).

8. Sein (vermeintliches) Menschenbild

Kusenberg (1949, S.13f) meint, Bruegel malte dieses Bild "aus Menschenliebe, nicht aus Menschenhaß, denn so streng und so farbenfroh kann nur Liebe sein. [...] Das räumlich-zeitliche Nebeneinander und Durcheinander des Bildes verwirrt, doch diese Verwirrung ist Absicht - es soll ja ein tolles Treiben zustande kommen [...] Es ist ein Weltbild, wie alle Werke Brueghels, kein freundliches, sondern ein grimmig-humoriges, mit grobianischem Einschlag", wobei Kusenberg neben einigen nackten Hintern und den Notdurftverrichtern auch auf die insgesamt 16 Schweinerüssel anspielt, die auf dem Bild zu sehen sind. Aber Kusenberg betont auch die Darstellung der Verkehrtheit der Welt, "nicht als Werk Gottes, sondern als menschliches Pfuschwerk"; diese "'wirkliche' Welt" habe man erst entdecken müssen (1949, S.13).

Jedlicka (1950, S.23) schreibt in seiner Abhandlung über das Gemälde "Das Gleichnis von den Blinden", daß es scheine, als verkörperten die Blinden für Bruegel "die Menschheit überhaupt". Es soll "die Anschauung wieder[geben], die Bruegel von der ganzen Menschheit und von ihrem Schicksal hat. Sie ist, wie jede große Weltanschauung, tragisch." Er geht mit seiner Interpretation recht weit: "Bruegels Gleichnis von den Blinden ist ein künstlerisches Testament" (vgl. auch Grimme, 1973, S.41).

Grimme (1973, S.39) zählt Bruegel gar zu den "Moralisten", die "klärend, tröstend, warnend den Menschen einen gemalten Narrenspiegel vorhalten." Auch Seidel & Marijnissen sehen in diesem Gemälde Bruegel als einen Moralisten, "als rufe er den Betrachtern zu: 'So schlimm treibt ihr es!'" (Seidel & Marijnissen, 1969, S.38).

Friedländer (1921, S.15) hingegen sieht Bruegel näher am Volke: "mit seinem Herzen war er bei dem niederdeutschen Stamme [...] Er hat dieses Volk verstanden und geliebt, hat Bedürfnisse, Zuneigungen und Abneigungen mit ihm geteilt."

Für Glück (1937, S.43) ist dieses Gemälde "als ein Gesamtbild der Verkehrtheit der Welt zu deuten, veranschaulicht durch viele Narrheiten menschlichen Tuns." Auch Gibson (1977) sieht in diesem Gemälde das "Theater dieser Welt", in der das menschliche Leben als ein "absurdes Spektakel erscheint.

Kunzle (1977) hingegen meint, dieses Gemälde zeige, wie das bäuerliche Leben wirklich war, allerdings gesehen aus einer aristokratischen Sicht: "This is the way peasants really are". Er übersieht dabei aber, daß auf diesem Gemälde Menschen unterschiedlicher Herkunft und Berufe gleichermaßen abgebildet sind (Mori, 1995, S.43).

Die Meinungen gehen also weit auseinander, wie Stridbeck (1956, S.171) zusammenfassend festhält: "Während manche Forscher sich an den humoristisch-ironischen Zug in Bruegels Menschenschilderung halten, haben andere den pessimistischen und bittersatirischen Einschlag als das Wesentliche hervorgehoben. Deutlich kommt dieser Gegensatz zum Ausdruck, wenn man beispielsweise Fraengers Ableitung der Moral des 'Sprichwörterbildes' aus einer allgemein pessimistischen Tendenz der zeitgenössischen Menschenauffassung, einer Reaktion gegen Torheit und hemmungslose Selbstüberhebung (den 'zügellosen Eigenwahn'), vergleicht mit Tolnays Meinung, die Sprichwörter und andere motivisch nahe Darstellungen repräsentieren eine humoristisch-satirische Vorstellung vom Menschen". So wird Tolnay wie folgt zitiert: "Die Bilder [...] sind Scherzgemälde, in denen der Künstler sich von der quälenden Sinnlosigkeit menschlicher Handlungen durch eine humorvolle Schau befreit" (Stridbeck, 1956, S.171).

Stridbeck faßt zusammen (1956, S.172): "Das wirkliche Wesen der Welt- und Menschenauffassung, illustriert durch 'Die Sprichwörter', bleibt in vielem weiterhin problematisch." Roh versucht den Kompromiß: "Carel van Mander erblickte hier 1604 nur baren Humor, während Gustav Glück im 20. Jahrhundert sich dagegen auflehnte und grimmigen Pessimismus aus dem Gemälde herauslas. Wahrscheinlich haben beide recht, denn der ausgesprochen 'schwarze Humor', welcher hier waltet, pflegt jene Gegensätze zu vereinen" (Roh, 1960, S.6).

Mori (1995, S.41) macht drei verschiedene Haupttendenzen in der Interpretation Bruegels aus. Erstens die Humanistische Interpretation, die in Bruegels Schaffen vor allem menschliche Dummheit und menschliches Unvermögen charakterisiert sehen möchte; hier nennt sie z.B. de Tolnay, Stridbeck und Grossmann. Zweitens eine soziologische Tendenz, die eine Allusion der spanischen Unterdrücken in Bruegels Werk sehen möchte. Hier nennt sie z.B. Auner und Claessens. Drittens gibt es eine Tendenz, die Bruegel zeitgenössisch betrachtet und vor allem eine Verbindungen Bruegels zu ähnlichen Werken anderer Kunstgattungen herstellt. Diese Tendenz sei z.B. durch Marijnissen und Gibson repräsentiert. Natürlich gibt es auch Kombinationen, diese Einordnung nimmt sie vor, indem sie die Hauptaspekte der Forscher betrachtet. Mori selbst wendet sich hauptsächlich gegen eine Auffassung, die Bruegels Werken einen übertriebenen Einfluß auf das politische Geschehen unterstellt.

9. Syntaktische Analyse seines Gemäldes [7]

"Vorerst sehen wir keine Abschnitte, keine Interpunktion, können die Sprichwörter nicht lesen. Wir genießen, ohne zu begreifen, dies Gewimmel menschlicher und tierischer Lebensäußerungen, werden erregt durch die Fülle der Gesten, die ausdrucksvoll, wenn auch nicht verständlich sind, und glauben ein Abbild des Lebens zu sehen von einem Standpunkte, von dem aus alles menschliche Tun wie sinnloses Narrentreiben erscheint" (Friedländer, 1914, S.10). "So isoliert und frei-rhythmisch sich die Menschen aneinanderreihen, so verschroben und verschachtelt sind die Bühne und die Architektur der komplizierten Dorfanlage" (Würtenberger, 1957, S.87).

"Die äußere Fülle des Geschehens verwirrt den Betrachter zuerst. Sie zwingt ihn immer wieder, von der einen Szenen zur anderen zu wandern. Und eigentlich behebt sich diese Verwirrung auch später - wenn er meint, das Bild zu kennen, sich in ihm zurechtzufinden oder richtiger: es lesen zu können - nicht ganz. Wer in diesem Bild einen Halt sucht, nach einem Mittelpunkt, von dem aus es sich selbstverständlich und lückenlos erschließt, der sucht lange vergeblich. Eine solche Gliederung ist zwar auch vorhanden [...] Es ist als ob sich in ihr zwei verschiedene Möglichkeiten der Gliederung durchdringen, von denen die eine für den früheren, die andere für den späteren Bruegel charakteristisch ist" (Jedlicka, 1938, S.59).

"Nur ein Illustrator, ein Zeichner, der gewöhnt war, das erklärende Wort in der Nähe zu haben, konnte an die Aufgabe unseres Bildes gehen. Nur ein Zeichner, dem die Gedanken leicht beieinander wohnen, die Dinge sich nicht hart im Raume stoßen wie dem Maler, konnte wagen, diese Fülle von Gestalten auf so enge Fläche zu zwängen. Und andererseits nur ein Maler, der die Illustration zu überwinden strebte, konnte die Einheitlichkeit des Raumes - auf Kosten der inhaltlichen Klarheit - erzwingen" (Friedländer, 1914, S.11).

"Er legte den Horizont so hoch wie möglich und entwarf eine Lokalität als Bühne mit landschaftlichem Ausblick auf Feld, Wald und See, mit allerhand Baulichkeiten, von deren Fenster- und Türöffnungen er keine unbenutzt ließ. Die ebenso geistreiche wie naive Bemühung hat zum mindesten dem Meister Gelegenheit zu verschwenderischem Ausschütten seiner Gaben verschafft" (Friedländer, 1914, S.12).

"Andererseits spürt man, wenn auch nur in einer keimhaften Form, doch das Bestreben, den Inhalt, die Figuren um die verschiedenen Achsen und Diagonalen anzuordnen: womit der Ansatz zu einer bildmäßigen Hierarchie gegeben wird" (Jedlicka, 1938, S.60).

"Diagonalen über Diagonalen locken den Blick in die Tiefe, überkreuzen sich zugleich aber so oft, daß ihr schräges Gitterwerk das Auge wieder auf die Malfläche zurückzwingt, auf diesen ungeheuerlichen Rebus, den man wie einer, der von Stein zu Stein einen Bach überspringt, nur stückweise, nur figurenweise ablesen kann" (Kusenberg, 1949, S.13).

"Auch eine senkrechte Mittelachse, die die Gliederung zu sichern vermag, ist angedeutet. Sie wird durch das schlanke, blaue Säulchen bestimmt, welches das Kapellendach stützt und durch den Turm darüber, der die Brücke nach links abschließt. Das muß auf einer künstlerischen Absicht beruhen. Den Beweis dafür sehen wir in dem folgenden: haargenau im Kapitell diese Säulchens treffen die beiden Bilddiagonalen und also die waagerechten und senkrechten Bildachsen zusammen" (Jedlicka, 1938, S.62).

"Er [Bruegel] gehört auch ohne Zweifel zu den niederländischen Malerspezialisten. Aber hier wird seine Einreihung problematisch. Wohl spezialisierte er sich auch, er ist aber kein Spezialist im üblichen Sinn. dafür besitzt er ein wesentlich weiteres und tiefer verankertes, eben spezifiziertes und damit universaleres Weltbild. Bruegel ist mehr als nur der Maler seiner Zeit" (Würtenberger, 1957, S.8).

Für eine Reinterpretation von Bruegels Schaffen aus humanistischer Sicht siehe Sullivan (1991).

Mit Kusenberg (1949, S.14) wollen wir schließen und uns dem zweiten Teil, den Ausdeutungen des Bildes zuwenden: "Wie reich ist dieses Bild, wie strömend das Füllhorn des Künstlers."


Anmerkungen

Rundsprichwörter (Teil 1)[1] Die Bildunterschriften nach Fraenger (1923, S.138-139):

1. Ontijdiel tuysschen, droncken drincken / Mackt arm, misacht den naem, doet stinken.
(Zur Unzeit spielen und sich trunken trinken  / Macht arm, schändet den Namen und tut stinken.)

2. Een Placebo ben ick ende alsoo gesint / Dat ick de huijck alom hanck nae den wint.
(Ich bin ein Wie´sbeliebt und so gesinnt, Daß ich den Mantel immer hänge nach dem Wind.)

3. In d´een hant draghe vier, in danter waeter / Met clappaers en clappeijen houd ick den snaeter.
(In der einen Hand trag ich Feuer und in der andern Wasser, Ich halte meinen Mund mit Schnattern und Gequasser.)

4. Int slampampen en mocht mij niemant verraschen / Al quijt, sit ick tusschen twee stoelen in dasschen.
(Schlampampend kann mich niemand überraschen, Allweil sitz ich zwischen zwei Stühlen in der Aschen.)

5. Wat baet het sien en derclijck loncken / Ick stop den put als kalf is verdronken.
(Was nützt sein Besitz einem solchen Halunken? Ich schütt den Brunnen zu, nachdem das Kalb ertrunken.)

6. Die lust heet te doen verlore wercken / Die stroyt de rosen voor de vercken.
(Wer Lust hat zu verlorenem Gewerkel, Der streut die Rosen vor die Ferkel.) Rundsprichwörter (Teil 2)

7. Tharnasch maeckt mij een stooten haen / Ick hange de kat de belle aen.
(Der Harnisch macht mich zum streitbaren Hahn, Ich hänge der Katze die Schelle an.)

8. Mijns naesten welderen mijn herte pijnt / Ick en mach niet lijden dat de sonne int waeter schijnt.
(Des Nachbarn Wohlergehen mir Kummer macht, Mich kränkt, daß die Sonne ins Wasser lacht.)

9. Crijgel ben ick en van sinnen stuer / Dus loop ick met den hoofde tegen den muer.
(Streitsüchtig bin ich und von Zorn entbrannt, Drum lauf ich mit dem Kopf gegen die Wand.)

10. Mij compt het mager, aen andere het vet / Ick vischle alttyt achter het net.
(Ich kriege das Magre, der andre das Fett, Ich fische allzeit hinter dem Netz.)

11. Ick stoppe mij onder een blav huycke / Meer worde ick bekent, hoe ick meer duycke.
(Ich stecke mich unter die blaue Hucke, Noch gößer mein Verruf, je mehr ich mich verducke.)

12. Wat ick vervolghe, en geraecke daer niet aen / Ich pisse altyt tegen de maen.
(Was ich verfolge, das erreiche ich nicht, Bin ich doch stets aufs Mondlöschen erpicht.)

[2] Neben den zumeist gemeinten inhaltlichen Ähnlichkeiten der Werke der genannten Künstler weist Sullivan (1991) auch auf eine Ähnlichkeit in der Organisation hin: "Bruegel's painting [...] has a loose but orderly arrangement that is similar to the organization of many of the proverb books" (Sullivan, 1991, S.444).

[3] Weinstock (1966, S.142f) entnehmen wir: "Im fünften und letzten Buch der Faicts et dicts heroïques du bon Pantagruel schildert Rabelais das Inselreich der Entelechie oder Quinte Essence mit seinem Zufahrtshafen Mateotechnie. Dort verrichten im XXI. Kapitel die Beamten der Königin allerlei sprichwörtlich Absurdes, Groteskes und Paradoxes. Sie verwirklichen das scheinbar Unmögliche: Sie scheren Esel und finden den Schurertrag an Wolle sehr lohnend; sie melken Böcke in ein Kornsieb und entdecken den wirtschaftlichen Gewinn ihrer Methode; sie jagen Winde mit Netzen, fangen Krebse von zehnfacher Größe; sie machen aus Nichts ungeheuerlich Großes und lassen das Riesenhafte wieder in ein Nichts zerrinnen; sie schneiden Feuer mit einem Messer, schöpfen Wasser in einem Sieb, u.a.m., - kurz, sie parodieren sinnwidrige Arbeitsgänge in Verspottung und zum Mißbehagen Heinrich II. und seines Hofstaates."

[4] Für die Interpretation als "Verkehrte Welt" beruft sie sich auf Grossmann, Dundes & Stibbe und Kunzle. Sie fügt aber hinzu: "The title presently preferred for the painting is Netherlandish Proverbs, although there is no documentary evidence that it was identified in this way in the sixteenth century, and if Hogenberg's print has any relation to Bruegel's painting it throws doubt on the viability of the modern title. Hogenberg wrote on his print, "The Blue Cloak [Die Blau Huicke]", adding the explanatory subtitle, "it would better named the follies of the world", and "Blue cloak" proverb collections became a veritable subgenre later in the century" (Sullivan, 1991, S.445). Für den Nachweis einer Verbindung Hogenberg - Bruegel siehe Sullivan (1991, S.447).

[5] Lackner (1968, S.2) aber schreibt: "Der 'Bauernbruegel!'? Nein, man sollte ihn nicht so nennen! [...] Heute allerdings wird diese einschränkende Bezeichnung seltener und Bruegels Universalgenie ist allgemein anerkannt."

[6] "The rediscovery of Bruegel was made by historians with an ideological investment in Bruegel as a lover and defender of the folk (the conception of 'droll Peter' was quickly dropped and the comic components in his art were minimized)" (Sullivan, 1991, S.432).

[7] Ausführungen zu Farben und Maltechnik bei diesem Gemälde z.B. bei Jedlicka (1938, S.64ff). Ausführungen zu Farbe bei Bruegel insgesamt z.B. bei Mössner (1975).


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The banner illustration is a fragment of Pieter Bruegel's painting "The Netherlandish Proverbs", 1559