WOLFGANG MIEDER
"Sprichwörter leuchten ein.
Aphorismen leuchten auf": Zu den sprichwörtlichen
Aphorismen von Felix Pollak
Abstract
This article analyzes the
posthumously published collection of aphorisms Lebenszeichen (1992) by the Austrian exile author
Felix Pollak (1909-1987). It shows that many of his short
texts are based on traditional proverbs and proverbial
expressions which are usually changed into anti-proverbs
through minimal textual changes. The resulting proverbial
aphorisms based on puns and wordplay betray the influence
on Pollak by Ebner-Eschenbach, Nietzsche, and Kraus.
Parallel texts from numerous aphoristic authors, among
them Marcuse, Lec, Gött, Kudszus, Brie, Maiwald,
Mitsch, Mocker, and Uhlenbruck are cited to indicate the
tradition of this innovative interplay of proverbs and
aphorisms and to show Pollak as a master of this
aphoristic subgenre.
Wer in den zahlreichen Studien zum
deutschsprachigen Aphorismus nach einer auch nur kurzen
Aussage über die Aphoristik Felix Pollaks
sucht,[1] wird nicht einmal im Namenregister einen Hinweis auf diesen
österreichischen Exilautor finden, der nach der Flucht
vor den Nationalsozialisten auf dem Weg über New York,
Buffalo und Evanston schließlich in Madison,
Wisconsin, eine neue Bleibe fand. Sein Lebensweg und sein
Schicksal als Emigrant sollen hier nicht detailliert
geschildert werden, doch sei auf seine beiden
autobiographischen Schriften "New York, ein Schiff, ein
Emigrant" (1939) und "Umrisse einer Autobiographie für
junge Amerikaner" (1980)
hingewiesen.[2] In aller Kürze nur sei erwähnt, daß Felix
Pollak am 11. November 1909 als Sohn jüdischer Eltern
in Wien geboren wurde. Auf Wunsch des Vaters begann er dort
sein Jurastudium, obwohl er viel lieber Schauspieler
geworden wäre und Max Reinhardt ihm bei den Salzburger
Festspielen sogar die Regie einer Freilichtaufführung
von Shakespeares Sommernachtstraum übertrug.
Nach dem "Anschluß" gelang Pollak im Dezember 1938 die
Flucht über Paris und London nach New York, wo er an
der Public Library der Stadt Buffalo eine Anstellung fand.
An der University of Michigan in Ann Arbor bekam er sein
Diplom eines Magister of Library Science, was ihm dann den
Ruf an die Northwestern University in Evanston verschaffte,
wo er von 1949 bis 1959 als Curator of Special Collections
der Universitätsbibliothek tätig war. Von 1959 bis
1974 hatte er die Stellung als Curator of Rare Books an der
Memorial Library der University of Wisconsin in Madison
inne. Wegen eines unheilbaren Augenleidens mußte
Pollak frühzeitig in den Ruhestand treten. Trotz seiner
Erblindung unternahm er aber zusammen mit seiner Frau Sara
im Sommer 1987 noch eine erfolgreiche Lese- und
Vortragsreise durch Westdeutschland, die ihn auch noch
einmal in seine Wiener Vaterstadt zurückführte. Am
19. November 1987 verstarb Felix Pollak in Madison, nachdem
er sich als Lyriker in englischer Sprache in Amerika einen
Namen gemacht hatte.[3]
The full text of this
article is published in De
Proverbio - Issue 3:1996 & Issue
4:1996, an
electronic book, available from amazon.com and other leading Internet booksellers.
Zwei weitere Bearbeitungen von
Sprichwörtern und Redensarten aus der Bibel seien noch
kurz erwähnt, wobei zu betonen ist, daß sich
Aphoristiker ganz allgemein kritisch mit diesem biblischen
Weisheitsgut auseinandersetzen. Das liegt unter anderm
natürlich auch daran, daß Bibelsprichwörter
zu den gängigsten Texten im Volksmund überhaupt
gehören.[44] Aus der Redensart "Perlen vor die Säue werfen" (Matth.
7,6) macht Pollak "Perlen können nicht dadurch
entwürdigt werden, daß man sie vor die Säue
wirft--gerade weil die Säue nicht erkennen
können, daß es Perlen sind!" (113,#85). Hier
scheint sich der Lyriker Luft zu machen, der sich nur zu
wohl bewußt ist, daß seine dichterischen
"Perlen" von den Massen (und auch von vielen
Intellektuellen) nicht beachtet werden. Sicherlich
hätte Pollak auch mit dem noch drastischeren
aphoristischen Ausruf "wenn die säue doch perlen
fräßen!" von Bert
Berkensträter[45] übereingestimmt.
Ebenfalls von Pollak stammt die
folgende Auseinandersetzung mit dem Sprichwort "Der Mensch
lebt nicht vom Brot allein" (5. Mose 8,3; Matth. 4,4):
"Denen, für die das Wovon des Existierens kein Problem
bildet, erscheint gewöhnlich auch das Wozu des Lebens
nicht problematisch. Und daß der Mensch nicht von Brot
allein lebe, ist in der Regel jenen bewußt, die nicht
genug Brot zum Leben haben" (67,#3). Gerade dieses
Sprichwort, das neben materiellen Dingen auch die geistige
Nahrung hervorhebt, hat Aphoristiker immer wieder zur
Auseinandersetzung herausgefordert. Ich zitiere drei
Beispiele: Bereits 1916 meinte Henryk Elzenberg: "Der Mensch
lebt nicht vom Brot allein, er lebt auch von den
Täuschungen seiner
Seele."[46] Ludwig Marcuse formulierte 1967: "'Der Mensch lebt nicht vom
Brot allein'--Kommentar:--sagen sie, und leben vom Brot und
von dieser Warnung."[47] Und ganz ähnlich schrieb auch Ulrich Erckenbrecht im
Jahre 1983: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er wird
außerdem mit dieser Redensart
abgespeist."[48]
Solche Texte lassen das
sozialpolitische Engagement moderner Aphoristiker erkennen,
und auch Felix Pollak bleibt diesem Thema nicht fern. Ganz
allgemein heißt es bei ihm: "Die Ethik ist der
Maßstab für gut und böse, die Moral der
Maßstab für erlaubt und verboten. Jene gemahnt an
Menschenrechte, diese an Bürgerpflichten" (20,#2). Oder
noch präziser: "Ethisch handeln heißt: für
das Gute kämpfen, ohne an seinen Sieg zu glauben"
(20,#4). Über den sprichwörtlichen Aphorismus als
"moralische Anstalt" bei Pollak mögen die folgenden
(zuweilen gekürzten) Texte Aufschluß
geben:
"Jemandem ein Leid
zufügen" ist ein tiefes Wort: es wird ihm
hinzugefügt, es wird ihm an-getan, und nun ist er
mehr geworden, nun ist er um das Leid bereichert. (Eine
Freude hingegen kann man jemandem nicht zufügen, die
ist nicht auf Lager, die muß man erst fabrizieren,
muß sie ihm machen oder bereiten!) (13,#17)
Ich habe an Tieren noch nie einen
"tierischen Ernst" bemerkt. Nur an Menschen.
(14,#29)
Rache ist süß--aber nur,
wenn sie der Beleidigung auf dem Fuße folgt.
Späte Rache ist bitter, denn meistens ist sie gar
keine Rache mehr, sondern die Begehung einer neuen Untat
an Stelle der Vergeltung einer alten. (17,#49)
Das aus nichts nichts wird, mag
stimmen. Aber was aus etwas etwas macht, ist stets das
Nichts hinter dem Etwas. (18,#55)
Arbeit macht das Leben
süß--aber nicht das ganze, sondern nur die
Zeit des Lebens, in der man nicht arbeitet. Von Rechts
wegen sollte es heißen: Arbeit macht die
Nichtarbeit süß, und so ist es mit allem. . .
(18,#56)
Macht geht vor Recht--damit
könnte man sich zur Not noch abfinden. Aber
daß das Recht auch hinter der Macht geht--das ist
traurig! (51,#38)
Es gibt Pädagogen, die nicht
wissen, was jeder Gärtner weiß: daß es
Hölzer gibt, die eher brechen als sich biegen
lassen. (62,#17)
. . . Das Trägheitsgesetz
offenbart sich . . . in der unterwürfigen Verbeugung
vor der Konvention, dem Mit-dem-Strom-Schwimmen derer,
die mit dem Strom treiben, dem Im-Geleise-Laufen und
Begehen der begangenen Mittelwege, der Anbetung der
Arbeit und dem Gedränge nach dem Futtertrog, dem
Kult der Konformität und der Panik vor der
Deviation--dem ganzen jämmerlichen Mangel an
Individualität, Selbstbehauptung und der Courage zur
Setzung des Gegensatzes: der schöpfersichen Tat des
Nichtstuns versus die sterile, servile, mechanische
Routinetuerei!
(69f.,#3)[49]
Diese Texte lassen erkennen, wie sehr
Pollak die kritische Auseinandersetzung mit Zeitgenossen und
-problemen suchte, was wegen seiner Erblindung in
späteren Jahren hauptsächlich durch Gespräche
geschah. Pollak ging es dabei immer um intellektuelle
Ehrlichkeit; er war gegen jegliche Anbiederung oder
Falschheit. In einem subjektiv formulierten Aphorismus mit
der Redensart "jdm. auf die Nerven gehen" heißt es
programmatisch: "Wenn einer sich bemüht, mir angenehm
zu sein, so ist er mir schon unangenehm. Wer mir angenehm
ist, ist es noch in seiner Bemühung, mir auf die Nerven
zu gehen!" (34,#55) Redensartlich hat Pollak diese
konträre Einstellung auf deutsch und auf englisch mit
dem selben Aphorismus ausgedrückt: "Meine sauern
Trauben sind die Trauben, die ich erreichen kann" (34,#58)
und "My sour grapes are the grapes I can reach" (203,#248),
wobei ihm möglicherweise folgender Aphorismus
Nietzsches als Quelle gedient hat: "Fuchs der
Füchse.--Ein rechter Fuchs nennt nicht nur die
Trauben sauer, welche er nicht erreichen kann, sondern auch
die, welche er erreicht und anderen vorweggenommen
hat."[50]
Gebrannte Kinder fürchten das
Feuer oder vernarren sich darein. (Marie von
Ebner-Eschenbach,
1880)[68]
Gebrannte Kinder fürchten das
Feuer: Kinder! Die Alten tappen immer wieder hinein.
(Emil Gött, 1943)[69]
Das gebrannte Kind läßt
das Feuer, das es scheut, nicht ausgehn. Es hütet
es, um sich vor ihm zu hüten. (18,#54; Felix Pollak,
1953)
Auf freiem Markt
Gebranntes Kind
fürchtet das Feuer
Gebrannten Kindes Kinder
fürchten das Feuer nicht
Gebrannten Kinds Kindeskinder
malen sich aus
wie schön die Großeltern brannten
und sammeln feurige Kohlen
Nochmals gebranntes Kind
fürchtet kein Feuer mehr
Asche ist furchtlos
. . . (Erich Fried,
1964)[70]
Gebranntes Kind sucht das
Feuer. (Cordelia Edvardson,
1986)[71]
. . . Die gebrannten Kinder
wünschen alle Andersartigen zur Hölle, zum
Teufel und in den Feuerofen. (Peter Maiwald,
1990)[72]
Liest man diese Texte heute mit dem
Wissen um die Konzentrationslager mit ihren
Verbrennungsöfen, so offenbart sich, warum moderne
Schriftsteller gerade diesem Sprichwort mit seiner
Feuermetaphorik so kritisch gegenüberstehen. Ob Pollak
wie Erich Fried, Cordelia Edvardson und Peter Maiwald bei
der Abfassung seines Textes an den jüdischen Massenmord
dachte, ist nicht eindeutig zu erkennen. Immerhin scheint er
mit seinem Aphorismus ausdrücken zu wollen, daß
der Holocaust nicht vergessen werden darf--nur so
läßt sich eine Wiederholung
verhüten.
Selbstverständlich sind nicht
alle sprichwörtlichen Aphorismen Pollaks so ernste
Aussagen. Doch ob humorvoll oder tiefernst: sie alle
basieren auf dem bewundernswerten Sprachgefühl, das
Pollak trotz seines langen Exils immer für seine
Muttersprache bewahrte. Mit Recht urteilte er selbst
über seine ausdrucksreichsten Aphorismen: "Manche
meiner besten psychologischen Einsichten verdanke ich nicht
meinem Verkehr mit Menschen, sondern meinem Umgang mit
Worten" (15,#33). Auch was ihm dabei die bildhafte Sprache
von Sprichwörtern und Redensarten bedeutete, hat Pollak
in einem seiner poetologischen Texte festgehalten: "Nichts
kommt der Verblüffung und dem freudigen Schreck gleich,
die man empfindet, wenn man eine Metapher wieder zu ihrem
Ursprung erwachen sieht--zum Beispiel, wenn man im Zoo eines
Vogels Strauß ansichtig wird, der, Kopf im Sand,
Vogel-Strauß-Politik betreibt!" (16,#37). Doch auch
hier verwendet Pollak bereits wieder eine Redensart, um
seine Gedanken zu verbildlichen. Er war gerade in seinen
Aphorismen alles andere als ein Vogel Strauß, der den
Kopf in den Sand steckte. Im Gegenteil, trotz oder gar wegen
seiner allmählichen Erblindung durchschaute er die
Menschen bis auf ihren Kern. Das Resultat sind
"Lebenszeichen," die in der deutschsprachigen Aphoristik zu
den besten ihrer Gattung gehören.
Anmerkungen
- Vgl. etwa Siegfried Neumann (Hg.), Der Aphorismus: Zur Geschichte, zu den Formen und
Möglichkeiten einer literarischen Gattung (Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1976) und
Harald Fricke, Aphorismus (Stuttgart: Metzler,
1984).
-
Diese kurzen Texte sind abgedruckt
in Felix Pollak, Lebenszeichen: Aphorismen und
Marginalien, hg. Reinhold Grimm u. Sara Pollak (Wien:
Verlag für Gesellschaftskritik, 1992) 151-79.
-
Es liegen immerhin sieben
Bände seiner Gedichte vor, wovon der von ihm noch
vorbereitete Sammelband Benefits of Doubt: Selected
Poems (Peoria, Ill.: Spoon River Poetry Press, 1988)
seine bedeutendsten Texte enthält.
-
Vgl. Felix Pollak, Vom Nutzen
des Zweifels: Gedichte, hg. u. mit einem Nachwort
versehen von Reinhold Grimm. Aus dem Amerikanischen von
Hans Magnus Enzensberger, Reinhold Grimm, Klaus Reichert
und dem Verfasser (Frankfurt am Main: Fischer, 1989). Zu
den Gedichten, vor allem den auf Wien bezogenen, vgl.
Reinhold Grimm, "'My Stepmother Town': Felix Pollak and
Vienna," Turn-of-the-Century Vienna and Its Legacy:
Essays in Honor of Donald G. Daviau, ed. Jeffrey B.
Berlin, Jorun B. Johns, Richard H. Lawson
([n.p.]: Edition Atelier, 1993) 507-28.
-
Vgl. Reinhold Grimm, "Ein
Aphoristiker im Gehäus: Neues aus dem Nachlaß
von Felix Pollak," Modern Austrian Literature 24
(1991): 17, 39 (Anm. 2).
-
Vgl. ebd. 17-41 und in Pollak, Lebenszeichen 206-25 (Nachwort).
-
Ebd. 21.
-
Vgl. die kurzen Bemerkungen zur
Umkehrung und Bloßstellung von Sprichwörtern
ebd. 23-24 und in Pollak, Lebenszeichen 215-16.
-
Pollak, Lebenszeichen 174.
-
Zwei Zahlen in Klammern beziehen
sich auf die Seitenzahl und die Nummer des zitierten
Textes in Lebenszeichen.
-
Vgl. dazu Wolfgang Mieder,
"Paremiological Minimum and Cultural Literacy," Creativity and Tradition in Folklore: New
Directions, ed. Simon J. Bronner (Logan: Utah State
UP, 1992) 185-203.
-
Vgl. die über 1500 Texte in
Wolfgang Mieder und Stewart A. Kingsbury, A Dictionary
of Wellerisms (New York: Oxford UP, 1994). Fast 2000
deutsche Sagwörter sind enthalten in Edmund Hoefer, Wie das Volk spricht (Stuttgart: Kroener, 1855);
Nachdruck mit einem Vorwort hg. von Wolfgang Mieder
(Hildesheim: Olms, 1994).
-
Vgl. dazu Florence E. Baer,
"Wellerisms in The Pickwick Papers," Folklore 94 (1983): 173-83.
-
Felix Pollak, Ginkgo (New
Rochelle, N.Y.: Elizabeth Press, 1973) 73.
-
Ebd. 76f.
-
Felix Pollak, Tunnel Visions:
Poems, Short Prose, Translations (Peoria, Ill.: Spoon
River Poetry Press, 1984) 3.
-
Ebd. 29.
-
Ebd. 23. Vgl. hierzu auch das
Gedicht "Reading the Bible in Braille," ebd. 26.
-
Pollak, Benefits of Doubt 185.
-
Pollak, Ginkgo 75.
-
Pollak, Benefits of Doubt 124. Auch dieses Gedicht wurde nicht für den Band Vom Nutzen des Zweifels übersetzt.
-
Vgl. hierzu das Kapitel "Moderne
deutsche Sprichwortgedichte" in Wolfgang Mieder, Sprichwort, Redensart, Zitat: Tradierte Formelsprache
in der Moderne (Bern: Lang, 1985) 73-90. Zu
zahlreichen Beispielen vgl. die von mir herausgegebenen
Anthologien "Kommt Zeit--kommt Rat!? Moderne
Sprichwortgedichte von Erich Fried bis Ulla Hahn (Frankfurt am Main: Rita G. Fischer, 1990) und "Deutsch reden": Moderne Redensartengedichte von Rose
Ausländer bis Yaak Karsunke (Frankfurt am Main:
Rita G. Fischer, 1992).
-
Vgl. dazu Wolfgang Mieder,
"Traditional and Innovative Proverb Use in Lyric Poetry," Proverbium Paratum 1 (1980): 16-27 sowie das
Kapitel "Proverb Poems" in Wolfgang Mieder, American
Proverbs: A Study of Texts and Contexts (Bern: Lang,
1989) 171-93.
-
Vgl. Grimm, "Aphoristiker im
Gehäus" 18.
-
Vgl. dazu Wolfgang Mieder,
"'Behold the Proverbs of a People': A Florilegium of
Proverbs in Carl Sandburg's Poem Good Morning,
America," Southern Folklore Quarterly 35
(1971): 160-68.
-
Vgl. hierzu ebenfalls Wolfgang
Mieder, "Proverbs in Carl Sandburg's Poem The People,
Yes," Southern Folklore Quarterly 37 (1973):
15-36.
-
Pollak, Ginkgo 76.
-
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen, mit einem Nachwort von Karl Krolow
(Frankfurt am Main: Insel, 1986) 5. Vgl. auch Wolfgang
Mieder, "'Ausnahmen können auch die Vorboten einer
neuen Regel sein': Marie von Ebner-Eschenbach's
Proverbial Aphorisms," Modern Austrian Literature 26 (1993): 105-14.
-
Zu dem Verhältnis von
Aphorismus und Sprichwort vgl. Lutz Röhrich und
Wolfgang Mieder, Sprichwort (Stuttgart: Metzler,
1977) 4-7.
-
Lichtenberg als Aufklärer
setzte sich ganz besonders kritisch mit der angeblichen
Einseitigkeit der Sprichwörter auseinander. Vgl.
dazu Wolfgang Mieder, "'Regeln-Krieg,
Sprüchwörter-Krieg: Zu den
sprichwörtlichen Aphorismen von Georg Christoph
Lichtenberg," Lichtenberg: Essays Commemorating the
250th Anniversary of His Birth, ed. Charlotte M.
Craig (New York: Lang, 1993) 55-94.
-
Vgl. Wolfgang Mieder,
"'Gedankensplitter, die ins Auge gehen': Zu den
sprichwörtlichen Aphorismen von Gabriel Laub," Wirkendes Wort 41 (1991): 228-39.
-
Vgl. Wolfgang Mieder,
"'Wahrheiten: Phantasmen aus Logik und Alltag': Zu den
sprichwörtlichen Aphorismen von Werner Mitsch," Muttersprache 98 (1988): 121-32.
-
Vgl. Wolfgang Mieder, "'Ein
Aphoristiker dreht oft das Sprichwort im Munde herum': Zu
den Aphorismen von Gerhad Uhlenbruck," Sprachspiegel 37 (1981): 66-75.
-
Vgl. Wolfgang Mieder, "'Wenige
jedoch rudern gegen den Strom': Zu den
sprichwörtlichen Aphorismen von Hans Leopold Davi," Sprachspiegel 46 (1990): 97-104.
-
Zahlreiche sprichwörtliche
Aphorismen von diesen Autoren sind abgedruckt in Wolfgang
Mieder, Antisprichwörter, 3 Bde. (Wiesbaden:
Verlag für deutsche Sprache, 1982; Wiesbaden:
Gesellschaft für deutsche Sprache, 1985; Wiesbaden:
Quelle & Meyer, 1989). Diese drei Bände
enthalten 4500 Texte; aber mein Archiv solcher
Antisprichwörter enthält etwa 18000 Belege aus
Literatur, Presse und Werbung.
-
Vgl. Grimm, "Aphoristiker im
Gehäus" 32-36 und in Pollak, Lebenszeichen 219-23.
-
Vgl. Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches (1878 f.) und Morgenröte (1881). Hier zitiert aus Wolfgang
Mieder, Deutsche Sprichwörter und Redensarten (Stuttgart: Reclam, 1979) 145-49.
-
Vgl. das Kapitel "Karl Kraus und
der sprichwörtliche Aphorismus" in Wolfgang Mieder, Deutsche Sprichwörter in Literatur, Politik,
Presse und Werbung (Hamburg: Buske, 1983)
113-31.
-
Karl Kraus, Beim Wort
genommen, hg. von Heinrich Fischer (München:
Kösel, 1965) 57.
-
Vgl. hierzu auch noch die
Verwendung dieses Sprichwortes bei Günter Grass in
seinem Roman Hundejahre (Neuwied: Luchterhand,
1963) 466: "Wer mag alte Wunden aufreißen, wenn das
Wundenaufreißen Lust bereitet? Oder dem anderen
eine Grube graben, damit er Dir später heraushilft?"
Vgl. auch Wolfgang Mieder, "Günter Grass und das
Sprichwort," Muttersprache 83 (1973):
64-67.
-
Ebd. 57.
-
Ebd. 16.
-
Felix Pollak, "Of Wording &
Poeting: An Aphoristic Mosaic," Voyages to the Inland
Sea, II: Essays and Poems by Felix Pollak, James Hearst,
John Woods, ed. John Judson (La Crosse, Wis.: Center
for Contemporary Poetry, Murphy Library, 1972) 16. Die
Pollakschen Texte stehen auf S. 11-27; auf S. 28-30
folgen noch eine Kurzbiographie und eine detaillierte
Bibliographie zu Pollaks englischsprachigen
Veröffentlichungen.
-
Zu Bibelsprichwörtern vgl.
Carl Schulze, Die biblischen Sprichwörter der
deutschen Sprache (Göttingen: Vandenhoeck u.
Ruprecht, 1860); Nachdruck hg. u. eingeleitet von
Wolfgang Mieder (Bern: Lang, 1987) und Alan P. Winton, The Proverbs of Jesus: Issues of History and
Rhetoric (Sheffield: Sheffield Academic Press,
1990).
-
Bert Berkensträter, zungen-schläge (Berlin: Fietkau, 1971)
26.
-
Henryk Elzenberg, "Kummer mit dem
Sein," Bedenke, bevor du denkst, hg. Karl Dedecius
(Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1984) 180.
-
Ludwig Marcuse, Argumente und
Rezepte: Ein Wörterbuch für Zeitgenossen (München: Szczesny, 1967; Zürich: Diogenes,
1973) 19.
-
Ulrich Erckenbrecht, Ein
Körnchen Lüge: Aphorismen und Geschichten (Göttingen: Muriverlag, 1983) 18.
-
Vgl. zu einem solchen
Spießbürgertum auch den interessanten Aufsatz
"Die kleinen Redensarten" (1932), worin der Kultur-und
Theaterkritiker Herbert Jhering das Bürgertum anhand
seiner traditionellen Sprichwörter bloßstellt.
Zuerst erschienen am 27. Mai 1932 im Berliner
Börsen-Courier; jetzt in Jhering, Der Kampf
ums Theater und andere Streitschriften 1918 bis 1933,
hg. Ludwig Hoffmann (Berlin: Aufbau-Verlag, 1974) 58-64;
auch abgedruckt in Mieder, Deutsche Sprichwörter
und Redensarten 134-40.
-
Friedrich Nietzsche, Werke in
drei Bänden, hg. Karl Schlechta (München:
Hanser, 1954) I:972 (aus Menschliches,
Allzumenschliches Nr. 244).
-
Kraus, Beim Wort genommen 332-33.
-
Vgl. auch noch den kürzeren
Aphorismus "Wenn zweien dasselbe geschieht, ist es auch
nicht dasselbe!" (17,#42).
-
Vgl. Klaus Möckel, Kopfstand der Farben: Verkehrte Gedichte (Berlin:
Eulenspiegel, 1982) 96; Werner Mitsch, Wer den Wal
hat, hat die Qual: 800 Unsinnssprüche für alle
Gelegenheiten (München: Heyne, 1987) o.
S.
-
Markus M. Ronner, Moment
mal! (Bern: Benteli, 1977) 42. Vgl. dazu Wolfgang
Mieder, "'Spaß muß sein,' sagte der
Spaßmacher, aber . . . Zu den Sagwörtern von
Markus M. Ronner," Sprachspiegel 42 (1986):
162-70. Seit den achtziger Jahren ist die Formulierung
"Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat"
sprichwörtlich geworden; vgl. dazu Reinhard Roche,
"Demosprüche und Wandgesprühtes," Muttersprache 93 (1983): 181-96 (bes. 184).
-
Zu dem Problem des Plagiats von
Aphorismen, Sprüchen und Antisprichwörtern vgl.
das Kapitel über "Moderne Sprichwörterforschung
zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit" in
Wolfgang Mieder, Sprichwort--Wahrwort!? Studien zur
Geschichte, Bedeutung und Funktion deutscher
Sprichwörter (Frankfurt am Main: Lang, 1992)
13-36.
-
Stanislaw Jerzy Lec, Neue
unfrisierte Gedanken, hg. u. übertragen von Karl
Dedecius (München: Hanser, 1964) 6. Vgl. auch Iwona
Frackiewicz, "Sprichwörtliche Aphorismen von
Stanislaw Jerzy Lec," Proverbium 7 (1990):
77-88.
-
Hans Kudszus, Jaworte,
Neinworte: Aphorismen (Frankfurt am Main: Suhrkamp,
1970) 55.
-
Eugen Gürster, Narrheiten
& Wahrheiten: Aphorismen (München: Pustet,
1971) 85.
-
Hellmut Walters, Wer abseits
steht wird zurückgepfiffen: Aphorismen (Landshut: Isar Post, 1974) o. S.
-
André Brie et al., Der
Weisheit letzter Schluß: Aphorismen (Berlin:
Eulenspiegel, 1980) 121. Vgl. auch Wolfgang Mieder,
"'Eigener Unruheherd ist Goldes wert': Zu den
sprichwörtlichen Aphorismen von André Brie," Sprachpflege und Sprachkultur 40 (1991):
8-11.
-
Peter Maiwald, "Neue Notizen," Nebelspalter 8 (23. Februar 1982): 36.
-
Werner Mitsch, "Grund- &
Boden-Sätze": Sprüche. Nichts als
Sprüche (Stuttgart: Letsch, 1984) 20.
-
Wolfgang Mocker, Gedankengänge nach Canossa: Euphorismen und
andere Anderthalbwahrheiten (Berlin: Eulenspiegel,
1987) 46.
-
Hans Hunfeld, Sprichwörtlich (München: Klett Edition
Deutsch, 1989) 25.
-
Gerhard Uhlenbruck, Darum
geht's nicht . . .? Aphorismen (Hilden: Edition
Ahland, 1990) 12.
-
Vgl. dazu Karl Friedrich Wilhelm
Wander, Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5
Bde. (Leipzig: Brockhaus, 1867-1880; Nachdruck Darmstadt:
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1967) II:1285-86 (Nr.
341-43).
-
Zitiert aus "Maximen und
Reflexionen," Goethes Werke. Hamburger Ausgabe,
hg. von Erich Trunz (Hamburg: Wegner, 1953) 12, 521 (Nr.
1126).
-
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen 10.
-
Emil Gött, Gesammelte
Werke (Straßburg: Hünenburg, 1943)
116.
-
Erich Fried, Warngedichte (München: Hanser, 1964) 88f. Ich habe in meinem
Sprichwortarchiv noch weitere dieses Sprichwort
behandelnde Gedichte von Achim Amme, Johannes R. Becher,
Anne Steinwart, Jörn Pfennig, Heinz Piontek, Lutz
Rathenow usw.; eine Arbeit darüber ist in
Vorbereitung.
-
Hier handelt es sich um den
Buchtitel, den Cordelia Edvardson, Tochter von Elisabeth
Langgässer, für die Darstellung ihrer Jahre im
Konzentrationslager Auschwitz wählte. Auf schwedisch
zuerst 1984 erschienen, dann auf deutsch in München:
Hanser, 1986.
-
Dies ist der Schlußsatz des
Kurzprosatextes "Die gebrannten Kinder" in Peter Maiwald, Das Gutenbergsche Völkchen:
Kalendergeschichten (Frankfurt am Main: Fischer,
1990) 9.
Wolfgang Mieder
University of Vermont
Burlington, Vermont
USA
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